Verordnung über die Informations- und Kommunikationstechnik in der kantonalen Verwal... (170.500)
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Verordnung über die Informations- und Kommunikationstechnik in der kantonalen Verwaltung

Verordnung über die Informations- und Kommunikationstechnik in der kantonalen Verwaltung (IKTV) Vom 19. November 2019 (Stand 1. Januar 2020) Gestützt auf Art. 45 Abs. 1 der Kantonsverfassung 1 ) von der Regierung erlassen am 19. November 2019
1. Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand

1 Diese Verordnung regelt den Einsatz und die Beschaffung der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT).

Art. 2 Geltungsbereich

1 Diese Verordnung gilt für alle Departemente und Dienststellen der kantonalen Ver - waltung.
2 Die Verordnung findet keine Anwendung für die Funkkommunikation und Anwen - dungen/Systeme in separaten Netzwerken der Cybercrime Dienste der Kantonspoli - zei sowie die spezifischen Systeme des Tiefbauamts für die Betriebs- und Sicher - heitsausrüstungen (BSA) des kantonalen und nationalen Strassenwesens.
3 Die kantonalen Gerichte, die selbstständigen öffentlich-rechtlichen Anstalten des Kantons sowie andere Organisationen, welche die Informatik der kantonalen Ver - waltung mitbenützen, werden durch eine Vereinbarung verpflichtet, die relevanten Vorgaben einzuhalten.
4 Weitere Ausnahmen vom Geltungsbereich beschliesst die Regierung.

Art. 3 Zweck der Informatik

1 Die Informatik der kantonalen Verwaltung ermöglicht eine kundenorientierte, effi - ziente, wirksame, wirtschaftliche, zeitgemässe und sichere Verwaltungstätigkeit.
1) BR 110.100
2 Innerhalb der Verwaltung sowie im Verkehr mit Bevölkerung, Wirtschaft und wei - teren Behörden wird die papierarme und digitale Abwicklung von Geschäften durch medienbruchfreie Prozesse ermöglicht und ausgebaut.

Art. 4 Strategien und Weisungen

1 Die Regierung beschliesst die IKT-Strategie, die E-Governmentstrategie sowie In - formatikvorgaben mit strategischer beziehungsweise grundsätzlicher Bedeutung.
2 Operative Informatikweisungen mit dienststellenübergreifender Bedeutung werden unter Einbezug der betroffenen Stellen vom Amt für Informatik erlassen.
3 Dienststellenspezifische IKT-Strategien sind der kantonalen IKT-Strategie unterge - ordnet und können von der Informatikkommission mit Auflagen belegt werden.
2. Organisation der Informatik

Art. 5 Informatikkommission

1 Die Informatikkommission ist ein Koordinations- und Entscheidungsgremium. Sie behandelt alle Informatikgeschäfte, welche von strategischer oder dienststellenüber - greifender Bedeutung sind.
2 Die Informatikkommission steht unter dem Vorsitz der Vertreterin oder des Vertre - ters des Departements für Finanzen und Gemeinden. Als weitere Mitglieder nehmen je eine Vertreterin oder ein Vertreter der übrigen Departemente und der Standes - kanzlei sowie die Leiterin oder der Leiter des Amts für Informatik Einsitz.
3 Die Departemente und die Standeskanzlei bestimmen ihr Mitglied selbst.
4 Ohne Stimmrecht können je eine Vertreterin oder ein Vertreter der Finanzkontrolle und der kantonalen Gerichte sowie die Leiterin oder der Leiter der Informatiksteue - rungsstelle und die Leiterin oder der Leiter der Fachstelle E-Government an den Sit - zungen teilnehmen. Die Informatikkommission kann weitere Personen mit beraten - der Funktion beiziehen.

Art. 6 Steuerung der Informatik

1 Die Informatiksteuerungsstelle ist eine Abteilung des Amts für Informatik. Sie: a) bereitet die Geschäfte der Informatikkommission vor, übernimmt die strategi - sche Informatikplanung und die Steuerung übergreifender Informatikvorha - ben; b) erarbeitet strategische, übergreifende Standards und Vorgaben; c) leitet dienststellenübergreifende Informatikprojekte und dienststellenspezifi - sche Informatikprojekte von strategischer Bedeutung.

Art. 7 Fachstelle E-Government

1 Die Fachstelle E-Government ist bei der Standeskanzlei angesiedelt. Sie koordi - niert die Umsetzung der E-Governmentstrategie.

Art. 8 Informatikdienstleister

1 Das Amt für Informatik ist der zentrale Informatikdienstleister und Betreiber von Informatikbasisdiensten der kantonalen Verwaltung.
2 Die kantonale Verwaltung verfügt zudem über eine beschränkte Anzahl spezifi - scher Informatikdienstleister, welche definierte Leistungen erbringen können. Dazu gehören: a) das GIS Kompetenzzentrum des Amts für Landwirtschaft und Geoinformation im Bereich des Geografischen Informationssystems Graubünden; b) die Kantonspolizei im Bereich «Behörden und Organisationen für Rettung und Sicherheit» (BORS); c) das Tiefbauamt im Bereich spezifischer Informatikdienstleistungen insbeson - dere im Auftrag des Bundesamts für Strassen ASTRA.
3 Im Rahmen der Wahrung der Gesamtinteressen des Kantons können Leistungen durch die Informatikdienstleister auch Dritten, insbesondere den kantonalen Gerich - ten, Gemeinden und verwaltungsnahen Stellen angeboten werden.

Art. 9 Verwaltungseinheiten

1 Jede Verwaltungseinheit verfügt über eine minimale eigene Informatikkompetenz. Insbesondere im Bereich der Betreuung und des Unterhalts von Fachanwendungen können die Verwaltungseinheiten über zusätzliche Informatikkompetenzen verfü - gen.
3. Bezug von Informatikleistungen und zentrale Beschaffung

Art. 10 Bezug von Informatikleistungen

1 Informatikbasisleistungen sind grundsätzlich beim Amt für Informatik zu beziehen. Ausnahmen sind, in Absprache mit dem Amt für Informatik, der Informatikkommis - sion vorzulegen.
2 Übrige Informatikleistungen können verwaltungsintern oder -extern bezogen wer - den. Massgebend für die Auswahl sind vor allem die Gesamtwirtschaftlichkeit, die Standardisierung, die Datensicherheit und der Datenschutz.

Art. 11 Zentrale Beschaffung

1 Das Amt für Informatik definiert Produktestandards und ist die zentrale und alleini - ge Beschaffungsinstanz für Informatikmittel und -dienstleistungen. Ausnahmen wer - den zwischen dem Amt für Informatik und den betroffenen Dienststellen schriftlich vereinbart.
4. Datensicherheit

Art. 12 Datensicherheit

1 Für sämtliche Systeme und Anwendungen der Informatik müssen ein angemesse - ner Schutz der Vertraulichkeit sowie die Verfügbarkeit, Integrität und Nachvollzieh - barkeit gewährleistet sein.
2 Die Überprüfung der Schutzmassnahmen ist eine ständige Aufgabe der zuständigen Verwaltungseinheiten und der Informatikdienstleister.
3 Die kantonale Informatiksicherheitsbeauftragte oder der kantonale Informatiksi - cherheitsbeauftragte ist beim Amt für Informatik angesiedelt.
4 Das Amt für Informatik erstellt Rahmenvorgaben zur Informatiksicherheit und zur Sensibilisierung der Mitarbeitenden. Diese werden von der Regierung beschlossen.
Änderungstabelle - Nach Beschluss Beschluss Inkrafttreten Element Änderung AGS Fundstelle
19.11.2019 01.01.2020 Erlass Erstfassung 2019-026
Änderungstabelle - Nach Artikel Element Beschluss Inkrafttreten Änderung AGS Fundstelle Erlass 19.11.2019 01.01.2020 Erstfassung 2019-026
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