Bundesgesetz über die politischen Rechte (161.1)
CH - Schweizer Bundesrecht

Bundesgesetz über die politischen Rechte (BPR 1)

(BPR)¹ vom 17. Dezember 1976 (Stand am 23. Oktober 2022) ¹ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ).
Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,
gestützt auf Artikel 39 Absatz 1 der Bundesverfassung²,³ nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 9. April 1975⁴,
beschliesst:
² SR 101 ³ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ). ⁴ BBl 1975 I 1317

1. Titel: Stimmrecht und Stimmabgabe

Art. 1 ⁵
⁵ Aufgehoben durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, mit Wirkung seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
Art. 2 ⁶ Ausschluss vom Stimmrecht
Als vom Stimmrecht ausgeschlossene Entmündigte im Sinne von Artikel 136 Absatz 1 BV gelten Personen, die wegen dauernder Urteils­unfähigkeit unter umfassender Beistandschaft stehen oder durch eine vorsorge­beauftragte Person vertreten werden.
⁶ Fassung gemäss Anhang Ziff. 3 des BG vom 19. Dez. 2008 (Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht), in Kraft seit 1. Jan. 2013 ( AS 2011 725 ; BBl 2006 7001 ).
Art. 3 Politischer Wohnsitz
¹ Die Stimmabgabe erfolgt am politischen Wohnsitz, nämlich in der Gemeinde, wo der Stimmberechtigte wohnt und angemeldet ist. Fahrende stimmen in ihrer Heimat­gemeinde.⁷
² Wer statt des Heimatscheins einen andern Ausweis (Heimatausweis, Interims­schein, usw.) hinterlegt, erwirbt nur politischen Wohnsitz, wenn er nachweist, dass er am Ort, wo der Heimatschein liegt, nicht im Stimmregister eingetragen ist.
⁷ Zweiter Satz eingefügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 4 Stimmregister
¹ Die Stimmberechtigten sind am politischen Wohnsitz in das Stimmregister einzu­tragen. Eintragungen und Streichungen sind von Amtes wegen vorzu­nehmen.
² Vor einer Wahl oder Abstimmung sind Eintragungen bis zum fünften Vortag des Wahl- oder Abstimmungstages vorzunehmen, wenn feststeht, dass die Vorausset­zungen zur Teilnahme am Abstimmungstag erfüllt sind.
³ Das Stimmregister steht den Stimmberechtigten zur Einsicht offen.
Art. 5 Grundsätze der Stimmabgabe
¹ Für die Stimmabgabe müssen die amtlichen Stimm- und Wahlzettel benützt wer­den. Ih­nen sind kantonale Erfassungsbelege für elektronische Datenverarbeitung gleichge­stellt.⁸
² Stimmzettel und Wahlzettel ohne Vordruck sind handschriftlich auszufüllen. Wahlzettel mit Vordruck dürfen nur handschriftlich geändert werden.
³ Der Stimmberechtigte kann seine Stimme persönlich an der Urne oder brieflich abgeben.⁹ Die Stimmabgabe bei Versuchen zur elektronischen Stimmabgabe richtet sich nach Artikel 8 a .¹⁰
⁴ und ⁵ …¹¹
⁶ Die Stimme darf durch Drittpersonen zur Urne gebracht werden, soweit das kan­tonale Recht dies für die kantonalen Abstimmungen und Wahlen zulässt. Schreib-unfähige Stimmberechtigte können den Stimm- oder Wahlzettel durch einen Stimm­berechtigten ihrer Wahl nach ihren Anweisungen ausfüllen lassen.¹²
⁷ Das Stimmgeheimnis ist zu wahren.
⁸ Zweiter Satz eingefügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
⁹ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Dez. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
¹⁰ Zweiter Satz eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
¹¹ Aufgehoben durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, mit Wirkung seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
¹² Fassung gemäss Ziff. I 1 des BG vom 23. März 2007 betreffend die Änderung der Bundesgesetzgebung über die politischen Rechte, in Kraft seit 1. Jan. 2008 ( AS 2007 4635 ; BBl 2006 5261 ).
Art. 6 Stimmabgabe Invalider
Die Kantone sorgen dafür, dass auch stimmen kann, wer wegen Invalidität oder aus einem anderen Grund dauernd unfähig ist, die für die Stimmabgabe nötigen Hand­lungen selbst vorzunehmen.
Art. 7 Vorzeitige Stimmabgabe
¹ Die Kantone ermöglichen die vorzeitige Stimmabgabe mindestens an zwei der vier letzten Tage vor dem Abstimmungstag.
² Für die vorzeitige Stimmabgabe hat das kantonale Recht vorzusehen, dass alle oder einzelne Urnen während einer bestimmten Zeit geöffnet sind oder dass der Stimm­­berechtigte den Stimmzettel in einem verschlossenen Umschlag bei einer Amts­stelle abgeben kann.
³ Wenn die Kantone die vorzeitige Stimmabgabe in weiterem Umfang vorsehen, so gilt dies auch für die eidgenössischen Abstimmungen und Wahlen.
⁴ Die Kantone erlassen die zur Erfassung aller Stimmen, zur Sicherung des Stimm­geheimnisses und zur Verhinderung von Missbräuchen erforderlichen Bestimmun­gen.
Art. 8 Briefliche Stimmabgabe
¹ Die Kantone sorgen für ein einfaches Verfahren der brieflichen Stimmabgabe. Sie erlassen insbesondere Bestimmungen, um die Kontrolle der Stimmberechtigung, das Stimmgeheimnis und die Erfassung aller Stimmen zu gewährleisten und Miss­bräu­che zu verhindern.
² Die briefliche Stimmabgabe ist zulässig ab Erhalt der nach kantonalem Recht zur gültigen Stimmabgabe nötigen Unterlagen.¹³
¹³ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Dez. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 8 a ¹⁴ Elektronische Stimmabgabe
¹ Der Bundesrat kann im Einvernehmen mit interessierten Kantonen und Gemeinden örtlich, zeitlich und sachlich begrenzte Versuche zur elektronischen Stimmabgabe zulassen.
¹bis Er kann Kantone, die Versuche zur elektronischen Stimmabgabe über längere Zeit erfolgreich und pannenfrei durchgeführt haben, auf Gesuch hin ermächtigen, diese Versuche für eine von ihm festgelegte Dauer weiterzuführen. Er kann die Ermächtigung mit Auflagen oder Bedingungen versehen oder die elektronische Stimmabgabe in Abwägung der gesamten Umstände jederzeit örtlich, sachlich oder zeitlich ausschliessen.¹⁵
² Die Kontrolle der Stimmberechtigung, das Stimmgeheimnis und die Erfassung aller Stimmen müssen gewährleistet und Missbräuche ausgeschlossen bleiben.
³ …¹⁶
⁴ Der Bundesrat regelt die Einzelheiten.
¹⁴ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
¹⁵ Eingefügt Ziff. I 1 des BG vom 23. März 2007 betreffend die Änderung der Bundesgesetzgebung über die politischen Rechte, in Kraft seit 1. Jan. 2008 ( AS 2007 4635 ; BBl 2006 5261 ).
¹⁶ Aufgehoben durch Ziff. I 1 des BG vom 23. März 2007 betreffend die Änderung der Bundesgesetzgebung über die politischen Rechte, mit Wirkung seit 1. Jan. 2008 ( AS 2007 4635 ; BBl 2006 5261 ).
Art. 9 ¹⁷
¹⁷ Aufgehoben durch Ziff. II 4 des BG vom 20. März 2008 zur formellen Bereinigung des Bundesrechts, mit Wirkung seit 1. Aug. 2008 ( AS 2008 3437 ; BBl 2007 6121 ).

2. Titel: Abstimmungen

Art. 10 Anordnung
¹ Der Bundesrat legt die Regeln fest, nach denen die Abstimmungstage bestimmt werden. Dabei trägt er den Bedürfnissen von Stimmberechtigten, Parlament, Kanto­nen, Parteien und Zustellorganisationen Rechnung und vermeidet Terminkollisionen, die sich aus den Unterschieden zwischen Kalender- und Kirchenjahr ergeben.¹⁸
¹bis Der Bundesrat legt wenigstens vier Monate vor dem Abstimmungstermin fest, welche Vorlagen zur Abstimmung gelangen. Dringlich erklärte Bundesgesetze können innerhalb einer kürzeren Frist zur Abstimmung gebracht werden.¹⁹
² Jeder Kanton führt die Abstimmung auf seinem Gebiet durch und erlässt die er­for­derlichen Anordnungen.
¹⁸ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
¹⁹ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
Art. 10 a ²⁰ Information der Stimmberechtigten
¹ Der Bundesrat informiert die Stimmberechtigten kontinuierlich über die eidgenös­sischen Abstimmungsvorlagen.
² Er beachtet dabei die Grundsätze der Vollständigkeit, der Sachlichkeit, der Trans­parenz und der Verhältnismässigkeit.
³ Er legt die wichtigsten im parlamentarischen Entscheidungsprozess vertretenen Positionen dar.
⁴ Er vertritt keine von der Haltung der Bundesversammlung abweichende Abstim­mungsempfehlung.
²⁰ Eingefügt durch Ziff. I des BB vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 15. Jan. 2009 ( AS 2009 1 ; BBl 2006 9259 9279 ).
Art. 11 Abstimmungsvorlage, Stimmzettel und Erläuterungen ²¹
¹ Der Bund stellt den Kantonen die Abstimmungsvorlagen und Stimmzettel zur Ver­fügung.
² Der Abstimmungsvorlage wird eine kurze, sachliche Erläuterung des Bundesrates beigegeben, die auch den Auffassungen wesentlicher Minderheiten Rechnung trägt. Die Abstimmungsvorlage muss den Wortlaut der auf dem Stimmzettel gestellten Fragen enthalten. Für Volksinitiativen und Referenden teilen die Urheberkomitees ihre Argumente dem Bundesrat mit; dieser berücksichtigt sie in seinen Abstim­mungserläuterungen. Der Bundesrat kann ehrverletzende, krass wahrheitswidrige oder zu lange Äusserungen ändern oder zurückweisen. Verweise auf elektronische Quellen dürfen nur in die Abstimmungserläuterungen aufgenommen werden, wenn der Urheber der Verweise schriftlich erklärt, dass diese Quellen keine rechts­widrigen Inhalte enthalten und nicht zu elektronischen Publikationen rechtswidrigen Inhalts führen.²²
³ Die Stimmberechtigten erhalten die nach kantonalem Recht zur gültigen Stimm­abgabe nötigen Unterlagen (Stimmzettel, Stimmausweis, Stimmcouvert, Kontroll­stempel²³ und dergleichen) mindestens drei und frühestens vier Wochen vor dem Abstim­mungstag. Abstimmungsvorlage und Erläuterung dürfen auch früher abgege­ben wer­den. Die Bundeskanzlei macht Abstimmungsvorlage und Erläuterung min­destens sechs Wochen vor dem Abstimmungstag elektronisch allgemein zugäng­lich.²⁴ ²⁵
⁴ Die Kantone können durch Gesetz die Gemeinden ermächtigen, Abstimmungsvor­lage und Erläuterung pro Haushalt nur einmal zuzustellen, es sei denn, ein stimm­berechtigtes Haushaltsmitglied verlange die persönliche Zustellung.²⁶
²¹ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
²² Fassung gemäss Ziff. I 1 des BG vom 23. März 2007 betreffend die Änderung der Bundesgesetzgebung über die politischen Rechte, in Kraft seit 1. Jan. 2008 ( AS 2007 4635 ; BBl 2006 5261 ).
²³ Ausdruck gemäss Ziff. II 4 des BG vom 20. März 2008 zur formellen Bereinigung des Bundesrechts, in Kraft seit 1. Aug. 2008 ( AS 2008 3437 ; BBl 2007 6121 ). Diese Änd. ist im ganzen Erlass berücksichtigt.
²⁴ Dritter Satz eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
²⁵ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
²⁶ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 12 Ungültige Stimmzettel
¹ Stimmzettel sind ungültig, wenn sie:
a. nicht amtlich sind;
b. anders als handschriftlich ausgefüllt sind;
c. den Willen des Stimmenden nicht eindeutig erkennen lassen;
d. ehrverletzende Äusserungen oder offensichtliche Kennzeichnungen enthal­ten;
e.²⁷
² Vorbehalten bleiben die Ungültigkeits- und Nichtigkeitsgründe, die mit dem kanto­nalen Verfahren (Stimmkuvert, Kontrollstempel, usw.) zusammenhän­gen.
³ Für Versuche²⁸ mit elektronischer Stimmabgabe umschreibt das Recht des durchfüh­renden Kantons die Voraussetzungen gültiger Stimmabgabe und die Ungül­tigkeitsgründe.²⁹
²⁷ Aufgehoben durch Ziff. II des BG vom 22. März 1991, mit Wirkung seit 1. Juli 1992 ( AS 1991 2388 ; BBl 1990 III 445 ).
²⁸ Ausdruck gemäss Ziff. II 4 des BG vom 20. März 2008 zur formellen Bereinigung des Bundesrechts, in Kraft seit 1. Aug. 2008 ( AS 2008 3437 ; BBl 2007 6121 ). Diese Änd. ist im ganzen Erlass berücksichtigt.
²⁹ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
Art. 13 Feststellung des Abstimmungsergebnisses ³⁰
¹ Für die Ermittlung des Abstimmungsergebnisses fallen die leeren und ungültigen Stimmzettel ausser Betracht.
² Stehen in einem Kanton den Ja- gleich viele Nein-Stimmen gegenüber, so wird seine Standesstimme zu den ablehnenden Kantonen gezählt.³¹
³ Ein sehr knappes Abstimmungsergebnis erfordert nur dann eine Nachzählung, wenn Unregelmässigkeiten glaubhaft gemacht worden sind, die nach Art und Umfang geeignet waren, das Bundesergebnis wesentlich zu beeinflussen.³²
³⁰ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
³¹ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
³² Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ).
Art. 14 Abstimmungsprotokoll
¹ Über das Ergebnis einer Abstimmung wird in jedem Stimmbüro ein Protokoll erstellt, das die Gesamtzahl der Stimmberechtigten und die Zahl der stimmberechtig­ten Auslandschweizer, der Stimmenden, der leeren, ungültigen und gültigen Stimm­zettel sowie der Ja- und Nein-Stimmen angibt.³³
² Das Protokoll wird an die Kantonsregierung weitergeleitet. Diese stellt die vorläu­figen Ergebnisse aus dem ganzen Kanton zusammen, teilt sie der Bundeskanzlei mit und veröffentlicht sie innert 13 Tagen nach dem Abstimmungstag im kantonalen Amtsblatt. Notfalls gibt sie eine Sondernummer des Amtsblattes heraus.³⁴
³ Die Kantone übermitteln die Protokolle, auf Verlangen auch die Stimmzettel, innert zehn Tagen nach Ablauf der Beschwerdefrist (Art. 79 Abs. 3) der Bundes­kanz­lei. Nach der Erwahrung des Abstimmungsergebnisses werden die Stimmzettel ver­nich­tet.
³³ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
³⁴ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
Art. 15 Erwahrung und Veröffentlichung des Abstimmungsergebnisses
¹ Der Bundesrat stellt das Abstimmungsergebnis verbindlich fest (Erwahrung), sobald feststeht, dass beim Bundesgericht keine Abstimmungsbeschwerden einge­gangen sind, oder sobald über diese entschieden worden ist.³⁵
² Der Erwahrungsbeschluss wird im Bundesblatt veröffentlicht.
³ Änderungen der Bundesverfassung treten mit der Annahme durch Volk und Stän­de in Kraft, sofern die Vorlage nichts anderes bestimmt.
⁴ Wenn eine Rechtsänderung keinen Aufschub erträgt und das Abstimmungsergebnis unzweifelhaft deutlich ist, kann der Bundesrat oder die Bundesversammlung Geset­zesvorlagen oder Bundesbeschlüsse über die Genehmigung völkerrechtlicher Ver­träge vor Ablauf der Erwahrung provisorisch in Kraft setzen oder dringlich erklärte Gesetze provisorisch in Kraft belassen oder ausser Kraft setzen.³⁶
³⁵ Fassung gemäss Anhang Ziff. 2 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 ( AS 2006 1205 1069 Art. 1 Bst. a; BBl 2001 4202 ).
³⁶ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).

3. Titel: Wahl des Nationalrats

1. Kapitel: Allgemeines

Art. 16 ³⁷ Verteilung der Sitze auf die Kantone
¹ Für die Verteilung der Nationalratssitze auf die Kantone sind die Wohnbevölke­rungszahlen massgebend, die sich aus den Registererhebungen ergeben, die im Rahmen der Volkszählung gemäss dem Volkszählungsgesetz vom 22. Juni 2007³⁸ im ersten auf die letzten Gesamterneuerungswahlen des Nationalrats folgenden Kalenderjahr durchgeführt werden.
² Gestützt auf die verbindliche Feststellung der Wohnbevölkerungszahlen nach Artikel 13 des Volkszählungsgesetzes vom 22. Juni 2007 stellt der Bundesrat ver­bindlich fest, wie viele Sitze den einzelnen Kantonen in der folgenden Gesamt­erneuerungswahl des Nationalrats zukommen.
³⁷ Fassung gemäss Art. 17 Ziff. 1 des Volkszählungsgesetzes vom 22. Juni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 ( AS 2007 6743 ; BBl 2007 53 ).
³⁸ SR 431.112
Art. 17 ³⁹ Verteilungsverfahren
Die 200 Sitze des Nationalrats werden nach folgendem Verfahren auf die Kantone verteilt:⁴⁰
a. Vorwegverteilung: 1. Die Wohnbevölkerung der Schweiz wird durch 200 geteilt. Die nächsthö­here ganze Zahl über dem Ergebnis bildet die erste Vertei­lungszahl. Jeder Kanton, dessen Bevölkerung diese Zahl nicht erreicht, erhält einen Sitz; er scheidet für die weitere Verteilung aus.
2. Die Wohnbevölkerung der verbleibenden Kantone wird durch die Zahl der noch nicht zugeteilten Sitze geteilt. Die nächsthöhere ganze Zahl über dem Ergebnis bildet die zweite Verteilungszahl. Jeder Kanton, des­sen Bevölke­rung diese Zahl nicht erreicht, erhält einen Sitz; er scheidet für die weitere Verteilung aus.
3. Dieses Verfahren wird wiederholt, bis die verbleibenden Kantone die letzte Verteilungszahl erreichen.
b. Hauptverteilung: Jeder verbliebene Kanton erhält so viele Sitze, als die letzte Verteilungszahl in seiner Bevölkerungszahl enthalten ist.
c. Restverteilung: Die restlichen Sitze werden auf die Kantone mit den grössten Restzahlen verteilt. Erreichen mehrere Kantone die gleiche Restzahl, so schei­den sie in der Reihenfolge der kleinsten Reste aus, die sich nach der Teilung ih­rer Bevölkerungszahl durch die erste Verteilungszahl ergeben. Sind auch diese Reste gleich, so entscheidet das Los.
³⁹ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
⁴⁰ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
Art. 18 ⁴¹
⁴¹ Aufgehoben durch Anhang Ziff. II 1 des Parlamentsgesetzes vom 13. Dez. 2002, mit Wirkung ab dem 3. Dez. 2007 ( AS 2003 3543 ; BBl 2001 3467 5428 ).
Art. 19 Zeitpunkt der Wahl
¹ Die Wahlen für die ordentliche Gesamterneuerung des Nationalrats finden am zweitletzten Sonntag im Oktober statt. Ersatz- und Ergänzungswahlen setzt die Kan­tonsregierung auf den nächstmöglichen Termin an.
² Für die ausserordentliche Gesamterneuerung im Sinne von Artikel 193 Absatz 3 der Bundesverfassung setzt der Bundesrat den Zeitpunkt fest.⁴²
⁴² Fassung gemäss Ziff. I der V vom 8. Okt. 1999, in Kraft seit 1. März 2000 ( AS 2000 411 ; BBl 1999 7922 ).
Art. 20 Losentscheid
Muss das Los gezogen werden, so geschieht dies im Kanton durch Anordnung der Kantonsregierung, im Bund durch Anordnung des Bundesrats.
Art. 20 a ⁴³
⁴³ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ). Aufgehoben durch Ziff. II 4 des BG vom 20. März 2008 zur formellen Bereinigung des Bundesrechts, mit Wirkung seit 1. Aug. 2008 ( AS 2008 3437 ; BBl 2007 6121 ).

2. Kapitel: Verhältniswahl

1. Abschnitt: Vorschlag

Art. 21 ⁴⁴ Wahlanmeldeschluss
¹ Das kantonale Recht bestimmt einen Montag im August des Wahljahres als letzten Termin für den Wahlanmeldeschluss; es legt fest, bei welcher Behörde die Wahlvorschläge einzureichen sind.⁴⁵
² Die Wahlvorschläge müssen spätestens am Tage des Wahlanmeldeschlusses beim Kanton eintreffen.
³ Die Kantone teilen der Bundeskanzlei jeden Wahlvorschlag unverzüglich mit.
⁴⁴ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
⁴⁵ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ).
Art. 22 Anzahl und Bezeichnung der Vorgeschlagenen
¹ Ein Wahlvorschlag darf höchstens so viele Namen wählbarer Personen enthalten, als im Wahlkreis Nationalräte zu wählen sind, und keinen Namen mehr als zwei­mal. Enthält ein Wahlvorschlag mehr Namen, werden die letzten gestrichen.
² Die Wahlvorschläge müssen für jeden Vorgeschlagenen angeben:
a. den amtlichen Namen und Vornamen;
b. den Namen, unter dem die Person politisch oder im Alltag bekannt ist;
c. das Geschlecht;
d. das Geburtsdatum;
e. die Wohnadresse einschliesslich Postleitzahl;
f. die Heimatorte einschliesslich ihrer Kantonszugehörigkeit; und
g. den Beruf.⁴⁶
³ Jeder Vorgeschlagene muss schriftlich bestätigen, dass er den Wahlvorschlag annimmt. Fehlt die Bestätigung, so wird sein Name gestrichen.⁴⁷
⁴⁶ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ).
⁴⁷ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 23 Bezeichnung des Wahlvorschlages
Jeder Wahlvorschlag muss eine zu seiner Unterscheidung von andern Wahlvor­schlä­gen geeignete Bezeichnung tragen. Gruppierungen, welche Wahlvorschläge mit identischen Elementen in der Hauptbezeichnung einreichen und diese miteinander verbinden wollen, bezeichnen einen der Wahlvorschläge als Stammliste.⁴⁸
⁴⁸ Zweiter Satz eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
Art. 24 Unterzeichnungsquoren ⁴⁹
¹ Jeder Wahlvorschlag muss handschriftlich von einer Mindestzahl Stimmberechtig­ter mit politischem Wohnsitz im Wahlkreis unterzeichnet sein. Die Mindestzahl beträgt:
a. 100 in Kantonen mit 2–10 Sitzen;
b. 200 in Kantonen mit 11–20 Sitzen;
c. 400 in Kantonen mit mehr als 20 Sitzen.⁵⁰
² Ein Stimmberechtigter darf nicht mehr als einen Wahlvorschlag unterzeichnen. Er kann nach der Einreichung des Wahlvorschlages seine Unterschrift nicht zurück­zie­hen.
³ Die Quoren nach Absatz 1 gelten nicht für eine Partei, die am Ende des den Wahlen vorangehenden Jahres bei der Bundeskanzlei ord­nungsgemäss registriert war (Art. 76 a ), vorausgesetzt, dass sie in der ablaufenden Amtsdauer für den gleichen Wahlkreis im Nationalrat ver­treten ist oder dass sie bei der letzten Gesamterneuerungswahl im gleichen Kanton mindestens 3 Prozent der Stimmen erreichte.⁵¹
⁴ Die Partei nach Absatz 3 muss lediglich die rechtsgültigen Unterschriften aller Kandidatinnen und Kandidaten sowie der präsidierenden und der geschäftsführenden Personen einreichen.⁵²
⁴⁹ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
⁵⁰ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
⁵¹ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ). Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ).
⁵² Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
Art. 25 Vertreter des Wahlvorschlages
¹ Die Unterzeichner haben einen Vertreter des Wahlvorschlages und dessen Stell­­vertreter zu bezeichnen. Verzichten sie darauf, so gelten diejenigen, deren Namen in der Reihenfolge der Unterzeichner an erster und zweiter Stelle stehen, als Vertre­ter und Stellvertreter.
² Der Vertreter und, wenn er verhindert ist, sein Stellvertreter sind berechtigt und verpflichtet, im Namen der Unterzeichner die zur Beseitigung von Anständen er­for­derlichen Erklärungen rechtsverbindlich abzugeben.
Art. 26 Einsichtnahme in Wahlvorschläge
Die Stimmberechtigten des Wahlkreises können die Wahlvorschläge und die Namen der Unterzeichner bei der zuständigen Behörde einsehen.
Art. 27 ⁵³ Mehrfach Vorgeschlagene
¹ Steht der Name eines Vorgeschlagenen auf mehr als einem Wahlvorschlag eines Wahlkreises, so wird er vom Kanton unverzüglich auf allen diesen Wahlvorschlägen gestrichen.
² Die Bundeskanzlei streicht unverzüglich jene Vorgeschlagenen vom Wahlvor­schlag, deren Name bereits auf einer Liste oder einem Wahlvorschlag aus einem andern Kanton steht.
³ Die Bundeskanzlei teilt den betroffenen Kantonen ihre Streichungen unverzüglich mit.
⁵³ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 28 ⁵⁴
⁵⁴ Aufgehoben durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, mit Wirkung seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 29 Behebung von Mängeln; Ersatzvorschläge
¹ Der Kanton prüft die Wahlvorschläge und setzt dem Vertreter der Unterzeichner eine Frist an, innert welcher er Mängel des Wahlvorschlages beheben, Bezeichnun­gen, die zu Verwechslungen Anlass geben, ändern und für Vorgeschlagene, deren Namen amtlich gestrichen wurden, Ersatzvorschläge einreichen kann.⁵⁵
² Die für den Ersatz Vorgeschlagenen müssen schriftlich bestätigen, dass sie den Wahlvorschlag annehmen. Fehlt diese Bestätigung oder steht der betreffende Name schon auf einem andern Wahlvorschlag oder ist der Vorgeschlagene nicht wahlfä­hig, so wird der Ersatzvorschlag gestrichen.⁵⁶ Wenn der Vertreter des Wahlvor­schlages nichts anderes verlangt, werden die Ersatzvorschläge am Ende des Wahl­vorschlages an­ge­reiht.
³ Wird ein Mangel nicht fristgemäss behoben, so ist der Wahlvorschlag ungültig. Betrifft der Mangel nur einen Vorgeschlagenen, so wird lediglich dessen Name gestrichen.
⁴ Ab dem zweiten Montag nach dem Schlusstermin für die Wahlanmeldung kann kein Wahlvorschlag mehr geändert werden. Vorbehalten bleibt die amtliche Ungültigerklärung nachträglich entdeckter Mehrfachkandidaturen (Art. 32 a ). Das kanto­nale Recht kann die Bereinigungsfrist auf eine Woche verkürzen.⁵⁷
⁵⁵ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
⁵⁶ Fassung der ersten zwei Sätze gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
⁵⁷ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ).
Art. 30 Listen
¹ Die bereinigten Wahlvorschläge heissen Listen.
² Die Listen werden mit Ordnungsnummern versehen.
Art. 31 ⁵⁸ Verbundene Listen
¹ Zwei oder mehr Listen können spätestens bis zum Ende der Bereinigungsfrist (Art. 29 Abs. 4) durch übereinstimmende Erklärung der unterzeichnenden Stimm­berechtigten oder ihrer Vertreter miteinander verbunden werden. Innerhalb einer Listenverbindung sind einzig Unterlistenverbindungen zulässig.
¹bis Unterlistenverbindungen sind nur gültig zwischen Listen gleicher Bezeichnung, die sich einzig durch einen Zusatz zur Kennzeichnung des Geschlechts, der Flügel einer Gruppierung, der Region oder des Alters unterscheiden.
² Listen- und Unterlistenverbindungen sind auf den Wahlzetteln mit Vordruck zu vermerken.
³ Erklärungen über Listen- und Unterlistenverbindungen können nicht widerrufen werden.
⁵⁸ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 32 ⁵⁹ Bekanntmachung der Listen
¹ Der Kanton veröffentlicht die Listen mit den Bezeichnungen und Ordnungs­num­mern sowie mit dem Hinweis auf Listen- und Unterlistenverbindungen so früh wie mög­lich im kantonalen Amtsblatt.
² Die Bundeskanzlei veröffentlicht die Listen in elektronischer Form, mit Angabe des amtlichen Namens und Vornamens, des Geburtsjahrs, der Heimatorte und des Wohnorts der Kandidaten.⁶⁰
⁵⁹ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
⁶⁰ Eingefügt durch Art. 21 Ziff. 1 des Publikationsgesetzes vom 18. Juni 2004 ( AS 2004 4929 ; BBl 2003 7711 ). Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ).
Art. 32 a ⁶¹ Ungültigerklärung von Kandidaturen
¹ Wird nach der Bereinigung der Wahlvorschläge eine Mehrfachkandidatur entdeckt, so wird die betreffende Kandidatur auf allen betroffenen Listen für ungültig erklärt:
a. vom Kanton, wenn derselbe Vorgeschlagene auf mehr als einer Liste des Kantons steht;
b. von der Bundeskanzlei, wenn derselbe Vorgeschlagene auf Listen mehrerer Kantone steht.
² Die betroffenen Kantone und die Bundeskanzlei teilen einander umgehend mit, welche Kandidaturen für ungültig erklärt worden sind.
³ Soweit möglich werden die Namen von Personen, deren Kandidatur für ungültig erklärt worden ist, von den Listen gestrichen, bevor diese bekanntgemacht werden.
⁴ Die Ungültigerklärung einer Kandidatur auf bereits bekanntgemachten Listen wird unter Angabe des Grundes umgehend elektronisch sowie im Amtsblatt aller betroffenen Kantone und im Bundesblatt veröffentlicht.
⁶¹ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ).
Art. 33 Erstellung und Zustellung der Wahlzettel
¹ Die Kantone erstellen für sämtliche Listen Wahlzettel, auf denen Listen­bezeich­nung, allenfalls Listenverbindung, Ordnungsnummer und Kandidaten­angaben (min­destens Familien- und Vornamen sowie Wohnort) vorgedruckt sind, sowie Wahl­zettel ohne Vordruck.
¹bis Erstellt ein Kanton statt Wahlzettel Erfassungsbelege, so erhalten die Stimm­berechtigten zusätzlich eine Zusammenstellung der Angaben über sämtliche Kandi­da­ten sowie über Listenbezeichnungen, Listenverbindungen und Unterlistenverbin­dun­gen.⁶²
² Die Kantone lassen den Stimmberechtigten mindestens drei und frühestens vier Wochen vor dem Wahltag einen vollständigen Satz aller Wahlzettel zustellen.⁶³
³ Die Unterzeichner können bei den Staatskanzleien der Kantone zusätzliche Wahl­zettel mit Vordruck zum Selbstkostenpreis beziehen.
⁶² Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
⁶³ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ).

2. Abschnitt: Wahlakt und Ermittlung der Ergebnisse

Art. 34 ⁶⁴ Wahlanleitung
Die Bundeskanzlei erstellt vor jeder Gesamterneuerungswahl eine kurze Wahl­anleitung, die den Stimmberechtigten der Kantone mit Verhältniswahl zusammen mit den Wahlzetteln (Art. 33 Abs. 2) zugestellt wird.
⁶⁴ Fassung gemäss Ziff. I 1 des BG vom 23. März 2007 betreffend die Änderung der Bundesgesetzgebung über die politischen Rechte, in Kraft seit 1. Jan. 2008 ( AS 2007 4635 ; BBl 2006 5261 ).
Art. 35 Ausfüllen des Wahlzettels
¹ Wer den Wahlzettel ohne Vordruck benutzt, kann Namen wählbarer Kandida­ten eintragen und die Listenbezeichnung oder Ordnungsnummer einer Liste an­bringen.
² Wer einen Wahlzettel mit Vordruck benutzt, kann vorgedruckte Kandidatennamen streichen; er kann Kandidatennamen aus andern Listen eintragen (panaschieren). Er kann ferner die vorgedruckte Ordnungsnummer und Listenbe­zeichnung streichen oder durch eine andere ersetzen.
³ Er kann den Namen des gleichen Kandidaten auf dem Wahlzettel zweimal auffüh­ren (kumulieren).
Art. 36 ⁶⁵ Stimmen für Verstorbene
Stimmen für Kandidaten, welche seit der Bereinigung der Wahlvorschläge (Art. 29 Abs. 4) verstorben sind, werden als Kandidatenstimmen gezählt.
⁶⁵ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ).
Art. 37 Zusatzstimmen
¹ Enthält ein Wahlzettel weniger gültige Kandidatenstimmen, als im Wahlkreis Mit­glieder des Nationalrates zu wählen sind, so gelten die leeren Linien als Zusatz­stim­men für die Liste, deren Bezeichnung oder Ordnungsnummer auf dem Wahl­zet­tel angegeben ist. Fehlen Bezeichnung und Ordnungsnummer oder enthält der Wahl­zettel mehr als eine der eingereichten Listenbezeichnungen oder Ordnungs­nummern, so zählen die leeren Linien nicht (leere Stimmen).
² Sind in einem Kanton mehrere regionale Listen gleicher Bezeichnung eingereicht worden, so werden Zusatzstimmen auf einem Wahlzettel, der nicht mit der Region bezeichnet ist, jener Liste zugezählt, in deren Region der Wahlzettel abgegeben wurde.⁶⁶
²bis Bei den anderen Anwendungsmöglichkeiten des Artikels 31 Absatz 1bis werden die Zusatzstimmen jener Liste zugerechnet, deren Bezeichnung der Wahlzettel trägt.⁶⁷ Die Zusatzstimmen auf ungenügend bezeichneten Wahlzetteln werden jener Liste zugerechnet, welche die Gruppierung als Stammliste bezeichnet hat.⁶⁸
³ Namen, die auf keiner Liste des Wahlkreises stehen, werden gestrichen. …⁶⁹
⁴ Bei einem Widerspruch zwischen Listenbezeichnung und Ordnungsnummer gilt die Listenbezeichnung.
⁶⁶ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
⁶⁷ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
⁶⁸ Zweiter Satz eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
⁶⁹ Zweiter und dritter Satz aufgehoben durch Ziff. II 4 des BG vom 20. März 2008 zur formellen Bereinigung des Bundesrechts, mit Wirkung seit 1. Aug. 2008 ( AS 2008 3437 ; BBl 2007 6121 ).
Art. 38 Ungültige Wahlzettel und Kandidatenstimmen
¹ Wahlzettel sind ungültig, wenn sie:
a. keinen Namen eines Kandidaten des Wahlkreises enthalten;
b. nicht amtlich sind;
c. anders als handschriftlich ausgefüllt oder geändert sind;
d. ehrverletzende Äusserungen oder offensichtliche Kennzeichnungen enthal­ten;
e.⁷⁰
² Vom Wahlzettel gestrichen werden:
a. überzählige Wiederholungen, wenn der Name eines Kandidaten mehr als zweimal auf einem Wahlzettel steht;
b. alle Namen von Personen, deren Kandidatur nach der Bereinigung der Wahlvorschläge wegen Mehrfachkandidatur für ungültig erklärt worden ist.⁷¹
³ Enthält ein Wahlzettel mehr Namen, als Sitze zu vergeben sind, so werden die letzten vorgedruckten nicht handschriftlich kumulierten, danach die letzten handschriftlich ausgefüllten Namen gestrichen.⁷²
⁴ Vorbehalten bleiben die Ungültigkeits- und Nichtigkeitsgründe, die mit dem kan­tonalen Verfahren (Stimmcouvert, Kontrollstempel, usw.) zusammen­hängen.⁷³
⁵ Für Versuche mit elektronischer Stimmabgabe umschreibt das Recht des durchfüh­renden Kantons die Voraussetzungen gültiger Stimmabgabe und die Ungültigkeits­gründe.⁷⁴
⁷⁰ Aufgehoben durch Ziff. II des BG vom 22. März 1991, mit Wirkung seit 1. Juli 1992 ( AS 1991 2388 ; BBl 1990 III 445 ).
⁷¹ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ).
⁷² Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ).
⁷³ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
⁷⁴ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
Art. 39 Zusammenstellung der Ergebnisse
Nach Schluss der Wahl stellen die Kantone aufgrund der Protokolle der Wahlbüros fest:
a. die Zahl der Stimmberechtigten und der Stimmenden;
b. die Zahl der gültigen, ungültigen und leeren Stimmzettel;
c. die Zahl der Stimmen, welche die einzelnen Kandidaten jeder Liste erhalten haben (Kandidatenstimmen);
d.⁷⁵
die Zahl der Zusatzstimmen jeder Liste (Art. 37);
e.⁷⁶
die Summe der Kandidaten- und Zusatzstimmen der einzelnen Listen (Partei­stimmen);
f. für die verbundenen Listen die Gesamtzahl der auf die Listengruppe entfal­len­den Stimmen;
g. die Zahl der leeren Stimmen.
⁷⁵ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
⁷⁶ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
Art. 40 Erste Verteilung der Mandate auf die Listen ⁷⁷
¹ Die Zahl der gültigen Parteistimmen aller Listen wird durch die um eins vergrö­s­serte Zahl der zu vergebenden Mandate geteilt. Die nächsthöhere ganze Zahl heisst Verteilungszahl.⁷⁸
² Jeder Liste werden so viele Mandate zugeteilt, als die Verteilungszahl in ihrer Stimmenzahl enthalten ist.
³ …⁷⁹
⁷⁷ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
⁷⁸ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
⁷⁹ Aufgehoben durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, mit Wirkung seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 41 ⁸⁰ Weitere Verteilungen
¹ Sind noch nicht alle Mandate verteilt, so werden die verbliebenen einzeln und nacheinander nach folgenden Regeln zugeteilt:
a. Die Stimmenzahl jeder Liste wird durch die um eins vergrösserte Anzahl der ihr bereits zugeteilten Mandate geteilt.
b. Das nächste Mandat wird derjenigen Liste zugeteilt, die den grössten Quotien­ten aufweist.
c. Haben mehrere Listen aufgrund des gleichen Quotienten den gleichen Anspruch auf das nächste Mandat, so erhält jene unter diesen Listen das nächste Mandat, welche bei der Teilung nach Artikel 40 Absatz 2 den grössten Rest erzielte.
d. Falls noch immer mehrere Listen den gleichen Anspruch haben, geht das Man­dat an jene dieser Listen, welche die grösste Parteistimmenzahl aufweist.
e. Haben immer noch mehrere Listen den gleichen Anspruch, so erhält jene die­ser Listen das nächste Mandat, bei welcher der für die Wahl in Betracht kommende Kandidat die grösste Stimmenzahl aufweist.
f. Falls mehrere solche Kandidaten die gleiche Stimmenzahl aufweisen, ent­schei­det das Los.
² Dieses Vorgehen wird solange wiederholt, bis alle Mandate zugeteilt sind.
⁸⁰ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 42 Verteilung der Mandate an verbundene Listen
¹ Jede Gruppe miteinander verbundener Listen wird bei der Verteilung der Mandate zunächst wie eine einzige Liste behandelt.
² Auf die einzelnen Listen der Gruppe werden die Mandate nach den Artikeln 40 und 41 verteilt. Artikel 37 Absätze 2 und 2bis bleiben vorbehalten.⁸¹
⁸¹ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 43 Ermittlung der Gewählten und der Ersatzleute
¹ Von jeder Liste sind nach Massgabe der erreichten Mandate die Kandidaten gewählt, die am meisten Stimmen erhalten haben.
² Die nicht gewählten Kandidaten sind Ersatzleute in der Reihenfolge der erzielten Stimmen.
³ Bei Stimmengleichheit bestimmt das Los die Reihenfolge.
Art. 44 Überzählige Mandate
Werden einer Liste mehr Mandate zugeteilt, als sie Kandidaten aufführt, so findet für die überzähligen Mandate eine Ergänzungswahl nach Artikel 56 statt.
Art. 45 ⁸² Stille Wahl
¹ Führen alle Listen zusammen nicht mehr Kandidaten auf, als Mandate zu vergeben sind, so werden alle Kandidaten von der Kantonsregierung als gewählt erklärt.
² Führen alle Listen zusammen weniger Kandidaten auf, als Mandate zu vergeben sind, so finden für die restlichen Sitze Ergänzungswahlen nach Artikel 56 Absatz 3 statt.
⁸² Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 46 Wahl ohne Listen
¹ Sind keine Listen vorhanden, so kann jeder wählbaren Person gestimmt werden. Gewählt sind die Personen mit den höchsten Stimmenzahlen.
² Enthält ein Wahlzettel mehr Namen, als Mandate zu vergeben sind, so werden die letzten Namen gestrichen.⁸³
³ Im Übrigen gelten die für die Einerwahlkreise massgebenden Bestimmungen sinn­gemäss.
⁸³ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).

3. Kapitel: Mehrheitswahl

Art. 47 Verfahren
¹ In Wahlkreisen, in denen nur ein Mitglied des Nationalrates zu wählen ist, kann für jede wählbare Person gestimmt werden. Gewählt ist, wer am meisten Stimmen erhält. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los.
¹bis Der Kanton kann alle Kandidaturen, die der kantonalen Wahlbehörde bis zum 48. Tag vor dem Wahltag gemeldet worden sind, elektronisch und im kantonalen Amtsblatt veröffentlichen. Dabei werden mindestens angegeben:
a. der amtliche Name und Vorname;
b. der Name, unter dem die Person politisch oder im Alltag bekannt ist;
c. das Geschlecht;
d. die Wohnadresse einschliesslich Postleitzahl;
e. die Heimatorte einschliesslich ihrer Kantonszugehörigkeit;
f. Zugehörigkeit zu einer Partei beziehungsweise zu einer politischen Gruppierung: und
g. der Beruf.⁸⁴
² Das kantonale Recht kann eine stille Wahl vorsehen, wenn bei der zuständigen kantonalen Behörde bis zum 48. Tag (7. Montag) vor der Wahl um 12.00 Uhr eine einzige gültige Kandidatur eingetroffen ist.⁸⁵
⁸⁴ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ).
⁸⁵ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ). Fassung gemäss Ziff. I 1 des BG vom 23. März 2007 betreffend die Änderung der Bundesgesetzgebung über die politischen Rechte, in Kraft seit 1. Jan. 2008 ( AS 2007 4635 ; BBl 2006 5261 ).
Art. 48 ⁸⁶ Wahlzettel
Die Kantone lassen den Stimmberechtigten mindestens drei und frühestens vier Wochen vor dem Wahltag einen Wahlzettel zustellen.
⁸⁶ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ).
Art. 49 Ungültige Wahlzettel
¹ Wahlzettel sind ungültig, wenn sie:
a. Namen verschiedener Personen enthalten;
b. nicht amtlich sind;
c. anders als handschriftlich ausgefüllt sind;
d. ehrverletzende Äusserungen oder offensichtliche Kennzeichnungen enthal­ten;
e.⁸⁷
² Vorbehalten bleiben die Ungültigkeits- und Nichtigkeitsgründe, die mit dem kan­tonalen Verfahren (Stimmcouvert, Kontrollstempel usw.) zusammen­hängen.⁸⁸
³ Für Versuche mit elektronischer Stimmabgabe umschreibt das Recht des durchfüh­renden Kantons die Voraussetzungen gültiger Stimmabgabe und die Ungültigkeits­gründe.⁸⁹
⁸⁷ Aufgehoben durch Ziff. II des BG vom 22. März 1991, mit Wirkung seit 1. Juli 1992 ( AS 1991 2388 ; BBl 1990 III 445 ).
⁸⁸ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
⁸⁹ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
Art. 50 ⁹⁰ Kantone mit der Möglichkeit stiller Wahl
¹ Kennt das kantonale Recht die Möglichkeit der stillen Wahl, so sind alle frist­gerecht vorgeschlagenen Kandidaten auf dem Wahlzettel vorgedruckt aufzuführen.
² Für die Stimmabgabe kreuzt der Wähler eigenhändig das Feld neben dem Namens­zug des Kandidaten an.
³ Ungültig sind:
a. Stimmen, die auf nicht vorgedruckte Kandidaturen lauten;
b. Stimmzettel, auf denen mehr als eine Kandidatur angekreuzt ist.
⁹⁰ Fassung gemäss Ziff. I 1 des BG vom 23. März 2007 betreffend die Änderung der Bundesgesetzgebung über die politischen Rechte, in Kraft seit 1. Jan. 2008 ( AS 2007 4635 ; BBl 2006 5261 ).
Art. 51 ⁹¹ Ersatzwahlen
Die Artikel 47–49 gelten auch für Ersatzwahlen.
⁹¹ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).

4. Kapitel: Veröffentlichung der Ergebnisse und Wahlprüfung

Art. 52 Wahlanzeige; Veröffentlichung der Wahlergebnisse
¹ Nach der Ermittlung der Ergebnisse teilt die Kantonsregierung den Gewählten ihre Wahl unverzüglich schriftlich mit und bringt dem Bundesrat die Namen der Ge­wähl­ten zur Kenntnis.
² Der Kanton veröffentlicht die Ergebnisse aller Kandidatinnen und Kandidaten und gegebenenfalls aller Listen unter Hinweis auf die Beschwerdemöglichkeit spätestens innert acht Tagen nach dem Wahltag im kantonalen Amtsblatt.⁹²
³ Die Ergebnisse von Gesamterneuerungs-, Ergänzungs- und Ersatzwahlen sind im Bundesblatt zu veröffentlichen.⁹³ Die Veröffentlichung erfolgt auch in der elektroni­schen Fassung im Wortlaut.⁹⁴
⁴ Der Kanton übermittelt das Wahlprotokoll nach Ablauf der Beschwerdefrist (Art. 77 Abs. 2) unverzüglich der Bundeskanzlei. Die Wahlzettel werden innert zehn Tagen nach Ablauf der Beschwerdefrist an den von der Bundeskanzlei bestimmten Ort übersandt.⁹⁵
⁹² Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
⁹³ Eingefügt durch Art. 17 Ziff. 1 des BG vom 21. März 1986 über die Gesetzessammlungen und das Bundesblatt, in Kraft seit 15. Mai 1987 ( AS 1987 600 ; BBl 1983 III 429 ).
⁹⁴ Zweiter Satz eingefügt durch Art. 21 Ziff. 1 des Publikationsgesetzes vom 18. Juni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 ( AS 2004 4929 ; BBl 2003 7711 ).
⁹⁵ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 53 Wahlprüfung
¹ Die konstituierende Sitzung des neu gewählten Nationalrates findet am siebenten Montag nach der Wahl statt. An dieser Sitzung ist zunächst die Gültigkeit der Wah­len festzustellen. Der Rat ist konstituiert, sobald die Wahlen von wenigstens der Mehrheit seiner Mitglieder für gültig erklärt wurden. Der Nationalrat regelt das Verfahren in seinem Reglement.⁹⁶
² Bei diesen Verhandlungen hat Sitz und Stimme, ausser in eigener Sache, wer sich durch eine Wahlbestätigung seiner Kantonsregierung ausweist.
³ Beim Nachrücken sowie bei Ersatz- oder Ergänzungswahlen darf ein neu gewähl­tes Mitglied erst an den Verhandlungen teilnehmen, nachdem seine Wahl als gültig erklärt ist.⁹⁷
⁹⁶ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
⁹⁷ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).

5. Kapitel: Änderungen während der Amtsdauer

Art. 54 Rücktritt
Der Rücktritt aus dem Nationalrat ist dem Präsidenten des Nationalrates schriftlich mitzuteilen.
Art. 55 Nachrücken
¹ Scheidet ein Mitglied des Nationalrates vor Ablauf der Amtsdauer aus, so erklärt die Kantonsregierung den ersten Ersatzmann von der gleichen Liste als gewählt.
² Kann oder will ein Ersatzmann das Amt nicht antreten, so rückt der nachfolgende an seine Stelle.
Art. 56 Ergänzungswahl
¹ Kann ein Sitz nicht durch Nachrücken besetzt werden, so können drei Fünftel der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner der Liste (Art. 24 Abs. 1) beziehungsweise der Vorstand der kantonalen Partei (Art. 24 Abs. 3), die die Liste eingereicht hat, auf der das ausgeschiedene Mitglied des Nationalrates aufgeführt war, einen Wahlvor­schlag unterbreiten.⁹⁸
² Der so vorgeschlagene Kandidat wird, nach Bereinigung des Wahlvorschlages (Art. 22 und Art. 29), ohne Urnengang von der Kantonsregierung nach Artikel 45 als gewählt erklärt.⁹⁹
³ Wird das Vorschlagsrecht nicht genutzt, so findet eine Volkswahl statt.¹⁰⁰ Sind mehrere Sitze zu besetzen, so finden die Bestimmungen über das Verhältniswahlver­fahren Anwendung, andernfalls die­je­nigen über das Mehrheitswahlverfahren.
⁹⁸ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
⁹⁹ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
¹⁰⁰ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
Art. 57 ¹⁰¹ Ende der Amtsdauer
Die Amtsdauer des Nationalrates endet mit der Konstituierung des neu gewählten Rates.
¹⁰¹ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).

4. Titel: ¹⁰² Referendum

¹⁰² Die durch BG vom 21. Juni 1996 ( AS 1997 753 ) revidierten Bestimmungen des 4. Tit. (Art. 59–67) des Gesetzes gelten nur für Erlasse, die von den eidgenössischen Räten nach dem 31. März 1997 verabschiedet werden ( AS 1997 760 Art. 2 Abs. 1).

1. Kapitel: Obligatorisches Referendum

Art. 58 Veröffentlichung
Erlasse, die dem obligatorischen Referendum unterstehen, werden nach ihrer Annahme durch die Bundesversammlung veröffentlicht. Der Bundesrat ordnet die Ab­stimmung an.

2. Kapitel: Fakultatives Referendum

1. Abschnitt: Allgemeines ¹⁰³

¹⁰³ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 59 ¹⁰⁴
¹⁰⁴ Aufgehoben durch Ziff. II 4 des BG vom 20. März 2008 zur formellen Bereinigung des Bundesrechts, mit Wirkung seit 1. Aug. 2008 ( AS 2008 3437 ; BBl 2007 6121 ).
Art. 59 a ¹⁰⁵ Bedeutung der Frist
Das Referendum muss von der verfassungsmässigen Anzahl von Kantonen ergriffen werden oder mit der nötigen Anzahl Unterschriften samt Stimmrechtsbescheinigung innerhalb der Referendumsfrist bei der Bundeskanzlei eintreffen.
¹⁰⁵ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 59 b ¹⁰⁶ Unzulässigkeit des Rückzugs
Ein Referendum kann nicht zurückgezogen werden.
¹⁰⁶ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 59 c ¹⁰⁷ Volksabstimmung
Ist das Referendum zustandegekommen, so ordnet der Bundesrat die Volksabstim­mung an.
¹⁰⁷ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).

2. Abschnitt: Volksreferendum ¹⁰⁸

¹⁰⁸ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 60 Unterschriftenliste
¹ Wird ein Referendumsbegehren zur Unterzeichnung aufgelegt, so hat die Unter­schriftenliste (auf Bogen, Blatt oder Karte) folgende Angaben zu enthalten:¹⁰⁹
a. den Kanton und die politische Gemeinde, wo der Unterzeichner stimm­berech­tigt ist;
b. die Bezeichnung des Erlasses mit dem Datum der Beschlussfassung durch die Bundesversammlung;
c.¹¹⁰
den Hinweis, dass sich strafbar macht, wer das Ergebnis einer Unterschrif­ten­sammlung für ein Referendum fälscht (Art. 282 des Strafgesetzbuches, StGB¹¹¹) oder wer bei der Un­terschriftensammlung besticht oder sich beste­chen lässt (Art. 281 StGB).
² Werden mehrere Volksbegehren zur Unterzeichnung aufgelegt, so bildet ein jedes Gegenstand einer eigenen Unterschriftenliste. Unterschriftenlisten mehrerer Volks­begehren dürfen auf der gleichen Seite aufgeführt werden, sofern sie für die Einrei­chung voneinander getrennt werden können.¹¹²
¹⁰⁹ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
¹¹⁰ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
¹¹¹ SR 311.0
¹¹² Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 60 a ¹¹³ Angebot von Unterschriftenlisten in elektronischer Form
Wer eine elektronisch zur Verfügung gestellte Unterschriftenliste zu einem Referen­dum herunterlädt, ist dafür verantwortlich, dass diese allen gesetzlichen Formerfor­dernissen genügt.
¹¹³ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
Art. 61 Unterschrift
¹ Der Stimmberechtigte muss seinen Namen und seine Vornamen handschriftlich und leserlich auf die Unterschriftenliste schreiben sowie zusätzlich seine eigenhändige Unterschrift beifügen.¹¹⁴
¹bis Schreibunfähige Stimmberechtigte können die Eintragung ihres Namenszuges durch einen Stimmberechtigten ihrer Wahl vornehmen lassen. Dieser setzt seine eigene Unterschrift zum Namenszug der schreibunfähigen Person und bewahrt über den Inhalt der empfangenen Anweisungen Stillschweigen.¹¹⁵
² Der Stimmberechtigte muss alle weiteren Angaben machen, die zur Feststellung seiner Identität nötig sind, wie Geburtsdatum und Adresse.¹¹⁶
³ Er darf das gleiche Referendumsbegehren nur einmal unterschreiben.
¹¹⁴ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ).
¹¹⁵ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
¹¹⁶ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ).
Art. 62 Stimmrechtsbescheinigung
¹ Die Unterschriftenlisten sind laufend, spätestens aber rechtzeitig vor Ablauf der Referendumsfrist der Amtsstelle zuzustellen, die nach kantonalem Recht für die Stimmrechtsbescheinigung zuständig ist.¹¹⁷
² Die Amtsstelle bescheinigt, dass die Unterzeichner in der auf der Unterschriften­­liste bezeichneten Gemeinde in eidgenössischen Angelegenheiten stimmberechtigt sind, und gibt die Listen unverzüglich den Absendern zurück.
³ Die Bescheinigung muss in Worten oder Ziffern die Zahl der bescheinigten Unterschriften angeben; sie muss datiert sein und die eigenhändige Unterschrift des Beamten aufweisen und dessen amtliche Eigenschaft durch Stempel oder Zusatz kennzeichnen.
⁴ Das Stimmrecht der Unterzeichner kann für mehrere Listen gesamthaft beschei­nigt werden.
¹¹⁷ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ).
Art. 63 Verweigerung der Stimmrechtsbescheinigung
¹ Die Stimmrechtsbescheinigung wird verweigert, wenn die Voraussetzungen des Artikels 61 nicht erfüllt sind.
² Hat der Stimmberechtigte mehrmals unterschrieben, so wird nur eine Unterschrift bescheinigt.
³ Der Verweigerungsgrund ist auf der Unterschriftenliste anzugeben.
Art. 64 Ausschluss der Einsichtnahme ¹¹⁸
¹ …¹¹⁹
² Eingereichte Unterschriftenlisten werden nicht zurückgegeben und können nicht eingesehen werden.
¹¹⁸ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
¹¹⁹ Aufgehoben durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, mit Wirkung seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 65 ¹²⁰
¹²⁰ Aufgehoben durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, mit Wirkung seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 66 Zustandekommen
¹ Nach Ablauf der Referendumsfrist stellt die Bundeskanzlei fest, ob das Referen­dum die vorgeschriebene Zahl gültiger Unterschriften aufweist. Ist das verfassungs­mä­ssige Quorum um mehr als die Hälfte verfehlt, so wird im Bundesblatt lediglich ein Hinweis auf den unbenützten Ablauf der Referendumsfrist veröffentlicht. Andern­falls erklärt die Bundeskanzlei durch Verfügung, ob das Referendum zustan­de­ge­kommen ist.¹²¹
² Ungültig sind:
a.¹²²
Unterschriften auf Listen, welche die Erfordernisse nach Artikel 60 nicht erfül­len;
b.¹²³
Unterschriften von Personen, deren Stimmrecht nicht bescheinigt worden ist;
c. Unterschriften auf Listen, die nach Ablauf der Referendumsfrist eingereicht worden sind.
³ Die Bundeskanzlei veröffentlicht die Verfügung über das Zustandekommen samt der nach Kantonen aufgeteilten Zahl der gültigen und ungültigen Unterschriften im Bundesblatt.¹²⁴
¹²¹ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
¹²² Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
¹²³ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
¹²⁴ Fassung gemäss Ziff. II 4 des BG vom 20. März 2008 zur formellen Bereinigung des Bundesrechts, in Kraft seit 1. Aug. 2008 ( AS 2008 3437 ; BBl 2007 6121 ).

3. Abschnitt: Kantonsreferendum ¹²⁵

¹²⁵ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 67 ¹²⁶ Zuständigkeit
Bestimmt das kantonale Recht nichts anderes, so entscheidet das Kantonsparlament, ob das Kantonsreferendum ergriffen wird.
¹²⁶ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 67 a ¹²⁷ Form
Das Schreiben der Kantonsregierung an die Bundeskanzlei bezeichnet:
a. den Erlass mit dem Datum der Beschlussfassung durch die Bundesversamm­lung;
b. das Organ, welches im Namen des Kantons die Volksabstimmung verlangt;
c. die kantonalrechtlichen Zuständigkeitsbestimmungen zum Kantonsreferen­dum;
d. das Datum und das Ergebnis des Referendumsbeschlusses.
¹²⁷ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 67 b ¹²⁸ Zustandekommen
¹ Nach Ablauf der Referendumsfrist stellt die Bundeskanzlei fest, ob das Referen­dum von der erforderlichen Anzahl Kantone ergriffen worden ist.¹²⁹
² Ungültig sind Referendumsbegehren, die:
a. nicht innerhalb der Referendumsfrist beschlossen und bei der Bundeskanzlei eingereicht wurden;
b. von einem sachlich unzuständigen Organ beschlossen wurden;
c. nicht zweifelsfrei erkennen lassen, für welchen Bundeserlass die Volks­abstim­mung verlangt wird.
³ Die Bundeskanzlei eröffnet die Verfügung über das Zustandekommen oder Nichtzustandekommen des Kantonsreferendums schriftlich den Regierungen aller Kan­tone, die es ergriffen haben, und veröffentlicht sie unter Angabe der Anzahl der gülti­gen und ungültigen kantonalen Referendumsbegehren im Bundesblatt.
¹²⁸ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
¹²⁹ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).

5. Titel: ¹³⁰ Volksinitiative

¹³⁰ Die durch BG vom 21. Juni 1996 ( AS 1997 753 ) revidierten Bestimmungen des 5. Tit. (Art. 68–74) des Gesetzes gelten nur für Volksinitiativen, für welche die Unterschriftensammlung nach dem 31. März 1997 beginnt ( AS 1997 760 Art. 2 Abs. 2).
Art. 68 Unterschriftenliste
¹ Wird eine Volksinitiative zur Unterzeichnung aufgelegt, so hat die Unterschriften­liste (auf Bogen, Blatt oder Karte) folgende Angaben zu enthalten:¹³¹
a. den Kanton und die politische Gemeinde, wo der Unterzeichner stimm­berech­tigt ist;
b.¹³²
Titel und Wortlaut der Initiative sowie das Datum der Veröffentlichung im Bundesblatt;
c.¹³³
eine Rückzugsklausel im Sinne von Artikel 73;
d.¹³⁴
den Hinweis, dass sich strafbar macht, wer das Ergebnis einer Unterschrif­ten­sammlung für eine Volksinitiative fälscht (Art. 282 StGB¹³⁵) oder wer bei der Unterschriftensammlung besticht oder sich bestechen lässt (Art. 281 StGB);
e.¹³⁶
die Namen und Adressen von mindestens sieben und höchstens 27 stimm­be­rechtigten Urhebern der Initiative (Initiativkomitee).
² Artikel 60 Absatz 2 gilt auch für Volksinitiativen.¹³⁷
¹³¹ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
¹³² Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
¹³³ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2009 (Bedingter Rückzug einer Volksinitiative), in Kraft seit 1. Febr. 2010 ( AS 2010 271 ; BBl 2009 3591 3609 ).
¹³⁴ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
¹³⁵ SR 311.0
¹³⁶ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
¹³⁷ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 69 Vorprüfung
¹ Die Bundeskanzlei stellt vor Beginn der Unterschriftensammlung durch Verfü­gung fest, ob die Unterschriftenliste den gesetzlichen Formen entspricht.
² Ist der Titel einer Initiative irreführend, enthält er kommerzielle oder persönliche Werbung oder gibt er zu Verwechslungen Anlass, so wird er durch die Bundeskanz­lei geändert.¹³⁸
³ Die Bundeskanzlei prüft die Initiativtexte auf ihre sprachliche Übereinstimmung und nimmt allfällige Übersetzungen vor.
⁴ Titel und Text der Initiative sowie die Namen der Urheber werden im Bundesblatt veröffentlicht.¹³⁹
¹³⁸ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
¹³⁹ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 69 a ¹⁴⁰ Angebot von Unterschriftenlisten in elektronischer Form
Wer eine elektronisch zur Verfügung gestellte Unterschriftenliste zu einer Volksini­tiative herunterlädt, ist dafür verantwortlich, dass diese allen gesetzlichen Formerfor­dernissen genügt.
¹⁴⁰ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
Art. 70 ¹⁴¹ Ergänzende Bestimmungen
Die für das Referendum aufgestellten Bestimmungen über Unterschrift (Art. 61), Stimmrechtsbescheinigung (Art. 62) und Verweigerung der Stimmrechtsbescheini­gung (Art. 63) gelten sinngemäss auch für die Volksinitiative.
¹⁴¹ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 71 Einreichung
¹ Die Unterschriftenlisten einer Volksinitiative sind der Bundeskanzlei gesamthaft und spätestens 18 Monate seit der Veröffentlichung des Initiativtextes im Bundes­blatt einzureichen.
² Eingereichte Unterschriftenlisten werden nicht zurückgegeben und können nicht eingesehen werden.
Art. 72 Zustandekommen
¹ Nach Ablauf der Sammelfrist stellt die Bundeskanzlei fest, ob die Volksinitiative die vorgeschriebene Zahl gültiger Unterschriften aufweist. Ist das verfassungsmäs­sige Quorum um mehr als die Hälfte verfehlt, so wird im Bundesblatt lediglich ein Hinweis auf den unbenützten Ablauf der Sammelfrist veröffentlicht. Andernfalls erklärt die Bundeskanzlei durch Verfügung, ob die Volksinitiative zustandegekom­men ist.¹⁴²
² Ungültig sind:
a. Unterschriften auf Listen, welche die Erfordernisse nach Artikel 68 nicht erfüllen;
b. Unterschriften von Personen, deren Stimmrecht nicht bescheinigt worden ist;
c. Unterschriften auf Listen, die nach Ablauf der Sammelfrist eingereicht wor­den sind.¹⁴³
³ Die Bundeskanzlei veröffentlicht die Verfügung über das Zustandekommen samt der nach Kantonen aufgeteilten Zahl der gültigen und ungültigen Unterschriften im Bundesblatt.
¹⁴² Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
¹⁴³ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
Art. 73 ¹⁴⁴ Rückzug
¹ Jede Volksinitiative kann vom Initiativkomitee zurückgezogen werden. Die Rück­zugserklärung ist verbindlich, wenn sie von der absoluten Mehrheit der noch stimm­berechtigten Mitglieder des Initiativkomitees unterzeichnet worden ist.
² Der Rückzug einer Volksinitiative ist zulässig, bis der Bundesrat die Volksab­stim­mung festsetzt. Die Bundeskanzlei lädt das Initiativkomitee vorgängig zur Be­kannt­gabe seines Entscheids ein und setzt ihm dafür eine kurze Frist an.
³ Eine Initiative in Form der allgemeinen Anregung kann nicht mehr zurückgezogen werden, nachdem ihr die Bundesversammlung zugestimmt hat.
¹⁴⁴ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 ( AS 1997 753 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 73 a ¹⁴⁵ Unbedingter und bedingter Rückzug
¹ Der Rückzug einer Volksinitiative ist in der Regel unbedingt.
² Hat die Bundesversammlung jedoch spätestens gleichzeitig mit der Schlussabstim­mung über die Volksinitiative einen indirekten Gegenvorschlag in der Form des Bundesgesetzes verabschiedet, so kann das Initiativkomitee seine Volksinitiative ausdrücklich unter der Bedingung zurückziehen, dass der indirekte Gegenvorschlag nicht in einer Volksabstimmung abgelehnt wird.
³ Der bedingte Rückzug wird wirksam, sobald:
a. die Frist für das Referendum gegen den indirekten Gegenvorschlag unbe­nützt abgelaufen ist;
b. das Nichtzustandekommen eines eingereichten Referendums gegen den indi­rekten Gegenvorschlag rechtsgültig feststeht; oder
c. der Bundesrat im Falle eines Referendums das zustimmende Ergebnis einer Volksabstimmung über den indirekten Gegenvorschlag nach Artikel 15 Absatz 1 erwahrt hat.
¹⁴⁵ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2009 (Bedingter Rückzug einer Volks­initiative), in Kraft seit 1. Febr. 2010 ( AS 2010 271 ; BBl 2009 3591 3609 ).
Art. 74 ¹⁴⁶
¹⁴⁶ Aufgehoben durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2009 (Bedingter Rückzug einer Volks­initiative), mit Wirkung seit 1. Febr. 2010 ( AS 2010 271 ; BBl 2009 3591 3609 ).
Art. 75 Prüfung der Gültigkeit ¹⁴⁷
¹ Ist bei einer Volksinitiative die Einheit der Materie (Art. 139 Abs. 3 und Art. 194 Abs. 2 BV) oder die Einheit der Form (Art. 139 Abs. 3 und Art. 194 Abs. 3 BV) nicht gewahrt oder verletzt die Volksinitiative zwingende Bestimmungen des Völker­rechts (Art. 139 Abs. 3, 193 Abs. 4 und 194 Abs. 2 BV), so erklärt die Bun­des­­versammlung sie soweit notwendig für ganz oder teilweise ungültig.¹⁴⁸
² Die Einheit der Materie ist gewahrt, wenn zwischen den einzelnen Teilen einer Initiative ein sachlicher Zusammenhang besteht.
³ Die Einheit der Form ist gewahrt, wenn die Initiative ausschliesslich in der Form der allgemeinen Anregung oder des ausgearbeiteten Entwurfs gestellt ist.
¹⁴⁷ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
¹⁴⁸ Fassung gemäss Ziff. I der V vom 8. Okt. 1999, in Kraft seit 1. März 2000 ( AS 2000 411 ; BBl 1999 7922 ).
Art. 75 a ¹⁴⁹ Abstimmung
¹ Der Bundesrat unterbreitet die Volksinitiative innert zehn Monaten nach der Schlussabstimmung in der Bundesversammlung, spätestens aber zehn Monate nach Ablauf der dem Parlament reservierten gesetzlichen Behandlungsfristen der Volks­abstimmung.
² Im Falle eines bedingten Rückzugs zugunsten eines indirekten Gegenvorschlags unterbreitet der Bundesrat die Volksinitiative der Abstimmung von Volk und Stän­den innert zehn Monaten, nachdem er das ablehnende Ergebnis der Volksabstim­mung über den indirekten Gegenvorschlag nach Artikel 15 Absatz 1 erwahrt hat.
³ Wird eine Volksinitiative in der Form der allgemeinen Anregung angenommen, so wird die ausgearbeitete Verfassungsänderung innert zehn Monaten nach der Schluss­abstimmung in der Bundesversammlung Volk und Ständen zur Abstimmung unter­breitet.
³bis Die Fristen nach den Absätzen 1–3 verlängern sich um sechs Monate, wenn sie zum Zeitpunkt zwischen zehn und drei Monaten vor der nächsten Gesamterneuerung des Nationalrates beginnen.¹⁵⁰
⁴ Für die Behandlung einer Volksinitiative durch den Bundesrat und die Bundesver­sammlung und die dabei zu beachtenden Fristen gelten die Bestimmungen des Par­lamentsgesetzes vom 13. Dezember 2002¹⁵¹.
¹⁴⁹ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2009 (Bedingter Rückzug einer Volks­initiative), in Kraft seit 1. Febr. 2010 ( AS 2010 271 ; BBl 2009 3591 3609 ).
¹⁵⁰ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. März 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ).
¹⁵¹ SR 171.10
Art. 76 ¹⁵² Direkter Gegenentwurf ¹⁵³
¹ Beschliesst die Bundesversammlung einen Gegenentwurf, so werden den Stimm­­berechtigten auf dem gleichen Stimmzettel drei Fragen vorgelegt. Jede stimmbe­rech­tigte Person kann uneingeschränkt erklären:
a. ob sie die Volksinitiative dem geltenden Recht vorziehe;
b. ob sie den Gegenentwurf dem geltenden Recht vorziehe;
c. welche der beiden Vorlagen in Kraft treten soll, falls Volk und Stände beide Vorlagen dem geltenden Recht vorziehen sollten.
² Das absolute Mehr wird für jede Frage getrennt ermittelt. Unbeantwortete Fragen fallen ausser Betracht.
³ Werden sowohl die Volksinitiative als auch der Gegenentwurf angenommen, so entscheidet das Ergebnis der dritten Frage. In Kraft tritt die Vorlage, die bei dieser Frage mehr Volks- und mehr Standesstimmen erzielt.
¹⁵² Fassung gemäss Ziff. I der V vom 8. Okt. 1999, in Kraft seit 1. März 2000 ( AS 2000 411 ; BBl 1999 7922 ).
¹⁵³ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2009 (Bedingter Rückzug einer Volks­initiative), in Kraft seit 1. Febr. 2010 ( AS 2010 271 ; BBl 2009 3591 3609 ).

5 a . Titel: ¹⁵⁴ Parteienregister

¹⁵⁴ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
Art. 76 a
¹ Eine politische Partei kann sich bei der Bundeskanzlei amtlich registrieren lassen, wenn sie:
a. die Rechtsform eines Vereins im Sinne der Artikel 60–79 des Zivilgesetz­bu­ches¹⁵⁵ aufweist; und
b. unter dem gleichen Namen mit mindestens einem Mitglied im Nationalrat oder mit mindestens je drei Mitgliedern in drei Kantonsparlamenten vertreten ist.
² Zur Eintragung ins Parteienregister reicht der Verein der Bundeskanzlei folgende Unterlagen und Angaben ein:
a. ein Exemplar der rechtsgültigen Statuten;
b. den statutarischen Namen und den Sitz der Partei;
c. Namen und Adressen der präsidierenden und der geschäftsführenden Perso­nen der Bundespartei.
³ Die Bundeskanzlei erstellt ein Register über die Angaben der Parteien. Dieses Register ist öffentlich. Einzelheiten regelt die Bundesversammlung in einer Verord­nung.
¹⁵⁵ SR 210

5 b . Titel: ¹⁵⁶ Transparenz bei der Politikfinanzierung

¹⁵⁶ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 18. Juni 2021 (Transparenz bei der Politikfinanzierung), in Kraft seit 23. Okt. 2022 (AS 20 2 2 466; BBl 2019 7875 , 8207 ).
Art. 76 b Offenlegungspflicht der politischen Parteien
¹ Die in der Bundesversammlung vertretenen politischen Parteien haben ihre Finanzierung offenzulegen.
² Sie erfüllen diese Pflicht, indem sie der zuständigen Stelle Folgendes offenlegen:
a. ihre Einnahmen;
b. alle wirtschaftlichen Vorteile, die ihnen freiwillig gewährt werden (monetäre und nichtmonetäre Zuwendungen) und den Wert von 15 000 Franken pro Zuwenderin beziehungsweise Zuwender und Jahr überschreiten;
c. die Beiträge der einzelnen Mandatsträgerinnen und Mandatsträger.
³ Parteilose Mitglieder der Bundesversammlung legen monetäre und nichtmonetäre Zuwendungen gemäss Absatz 2 Buchstabe b offen.
Art. 76 c Offenlegungsplicht bei Wahl- und Abstimmungskampagnen
¹ Natürliche und juristische Personen sowie Personengesellschaften, die im Hinblick auf eine Wahl in den Nationalrat oder auf eine eidgenössische Abstimmung eine Kampagne führen, haben deren Finanzierung offenzulegen, wenn sie mehr als 50 000 Franken aufwenden.
² Sie erfüllen diese Pflicht, indem sie der zuständigen Stelle Folgendes offenlegen:
a. die budgetierten Einnahmen und die Schlussrechnung über die Einnahmen;
b. monetäre und nichtmonetäre Zuwendungen, die in den letzten 12 Monaten vor der Abstimmung oder Wahl erfolgten und den Wert von 15 000 Franken pro Zuwenderin beziehungsweise Zuwender und Kampagne überschreiten.
³ Natürliche und juristische Personen sowie Personenge­sellschaften, die für die Wahl eines Mit­glieds des Ständerates eine Kampagne ge­führt und dafür mehr als 50 000 Franken aufgewendet haben, müssen die Schluss­rechnung über die Einnahmen sowie die monetären und nichtmonetären Zuwendungen im Sinne von Absatz 2 Buchstabe b offenle­gen.
⁴ Führen mehrere Perso­nen oder Personengesell­schaften eine gemeinsame Kampagne, so müssen sie die budgetierten Einnahmen und die Schlussrechnung über die Einnahmen beziehungsweise bei Wahlen in den Ständerat nur die Schlussrechnung über die Einnahmen gemeinsam einreichen. Die ihnen gewährten monetären und nichtmonetären Zuwendungen und ihre Aufwendungen sind zusammenzurech­nen. Der Bundesrat regelt die Einzelheiten.
Art. 76 d Fristen und Modalitäten der Offenlegungspflicht
¹ Einzureichen sind:
a. die Angaben nach Artikel 76 b jährlich;
b. bei Abstimmungen und Wahlen in den Nationalrat die budgetierten Einnahmen 45 Tage vor und die Schlussrechnung über die Einnahmen sowie monetäre und nicht monetäre Zuwendungen im Sinne von Artikel 76 c Absatz 2 Buchstabe b 60 Tage nach der Abstimmung oder Wahl;
c. bei Wahlen in den Ständerat die Schlussrechnung über die Einnahmen sowie monetäre und nichtmonetäre Zuwendungen im Sinne von Artikel 76 c Absatz 2 Buchstabe b 30 Tage nach Amtsantritt.
² Zwischen dem Ende der Einreichungsfrist für die budgetierten Einnahmen und der Wahl oder Abstimmung sind monetäre und nichtmonetäre Zuwendungen nach Artikel 76 c Absatz 2 Buchstabe b der zuständigen Stelle unverzüglich zu melden.
³ Bei den budgetierten Einnahmen und in der Schlussrechnung über die Einnahmen sind die monetären und nichtmonetären Zuwendungen separat auszuweisen.
⁴ Bei der Meldung der monetären und nichtmonetären Zuwendungen im Wert von mehr als 15 000 Franken sind der Wert und das Datum der Zuwendung sowie der Name, der Vorname und die Wohnsitzgemeinde oder die Firma und der Sitz der Urheberin oder des Urhebers der Zuwendung anzugeben.
⁵ Die Angaben nach Absatz 4 sind zu belegen.
⁶ Der Bundesrat legt die Form der Meldung fest.
Art. 76 e Kontrolle
¹ Die zuständige Stelle kontrolliert, ob alle Angaben und Dokumente nach den Artikeln 76 b und 76 c von den politischen Akteurinnen und Akteuren innert Frist eingereicht worden sind. Die Kontrolle über die Korrektheit der Angaben und Dokumente erfolgt stichprobenweise.
² Stellt sie fest, dass gewisse Angaben und Dokumente nicht fristgerecht oder nicht korrekt eingereicht worden sind, fordert sie die verpflichteten Akteurinnen und Akteure auf, die erforderlichen Angaben und Dokumente nachzuliefern, und setzt ihnen dafür eine Frist.
³ Werden die Angaben und Dokumente nicht innert der angesetzten Frist nachgeliefert, ist die zuständige Stelle verpflichtet, Straftaten, von denen sie anlässlich der Kontrolle Kenntnis erlangt, bei der zuständigen Strafverfolgungsbehörde anzuzeigen. Bei Fristansetzungen nach Absatz 2 weist sie auf diese Anzeigepflicht hin.
Art. 76 f Veröffentlichung
¹ Nach Abschluss der Kontrolle nach Artikel 76 e veröffentlicht die zuständige Stelle die Angaben und die Dokumente auf ihrer Internetseite.
² Veröffentlicht werden:
a. die Angaben nach Artikel 76 d Absatz 1 Buchstabe a jährlich;
b. die Angaben nach Artikel 76 d Absatz 1 Buchstaben b und c spätestens 15 Tage nach deren Eingang bei der zuständigen Stelle .
³ Die Angaben über monetäre und nichtmonetäre Zuwendungen, die nach Artikel 76 d Absatz 2 unverzüglich zu melden sind, werden fortlaufend veröffentlicht.
Art. 76 g Zuständige Stelle
Der Bundesrat bezeichnet die Behörde, welche für die Kontrolle und Veröffentlichung zuständig ist.
Art. 76 h Anonyme Zuwendungen und Zuwendungen aus dem Ausland
¹ Verboten ist für die politischen Akteurinnen und Akteure nach den Artikeln 76 b und 76 c die Annahme:
a. von anonymen monetären und nichtmonetären Zuwendungen; und
b. von monetären und nichtmonetären Zuwendungen aus dem Ausland.
² Monetäre und nichtmonetäre Zuwendungen von Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern gelten nicht als Zuwendungen aus dem Ausland.
³ Wer eine anonyme monetäre oder nichtmonetäre Zuwendung erhält, muss:
a. die Herkunftsangaben nach Artikel 76 d Absatz 4 ermitteln; oder
b. die Zuwendung wenn möglich zurückerstatten; ist eine Rückerstattung nicht möglich oder nicht zumutbar, muss die Zuwendung der zuständigen Stelle gemeldet und dem Bund abgeliefert werden.
⁴ Wer eine monetäre oder nichtmonetäre Zuwendung aus dem Ausland erhält, muss diese zurückerstatten. Ist eine Rückerstattung nicht möglich oder nicht zumutbar, muss die Zuwendung der zuständigen Stelle gemeldet und dem Bund abgeliefert werden.
⁵ In Abweichung von den Absätzen 1–4 müssen die politischen Akteurinnen und Akteure nach Artikel 76 c Absatz 3 die Beträge der anonymen monetären und nicht monetären Zuwendungen und der monetären und nichtmonetären Zuwendungen aus dem Ausland, die ihnen im Hinblick auf die Kampagne für die Wahl eines Mitglieds des Ständerates gewährt wurden, mit der Schlussrechnung nach Artikel 76 d Absatz 1 Buchstabe c offenlegen.
Art. 76 i Bearbeiten von Personendaten und Austausch von Informationen
¹ Zur Wahrnehmung ihrer gesetzlichen Aufgaben, insbesondere zur Kontrolle und zur Veröffentlichung, ist die zuständige Stelle befugt, folgende Personendaten zu bearbeiten:
a. Daten über die Identität und die finanzielle Situation der politischen Akteurinnen und Akteure nach den Artikeln 76 b und 76 c ;
b. Daten über die Identität von Personen, die den politischen Akteurinnen und Akteuren nach den Artikeln 76 b und 76 c monetäre und nichtmonetäre Zuwendungen zukommen lassen;
c. Daten über die Identität von Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern, die den politischen Parteien nach Artikel 76 b einen Beitrag entrichten.
² Die zuständige Stelle darf den folgenden Behörden die Informationen über die politischen Akteurinnen und Akteure wie namentlich Personendaten weiterleiten, die für die Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben erforderlich sind:
a. den kantonalen und den kommunalen Behörden, die nach kantonalem Recht für die Transparenz bei der Politikfinanzierung zuständig sind;
b. den zuständigen Strafverfolgungsbehörden, falls es um die Anzeige einer Straftat nach Artikel 76 e Absatz 3 geht.
³ Auf Anfrage der zuständigen Stelle nach Artikel 76 g geben die kantonalen und die kommunalen Behörden, die nach kantonalem Recht für die Transparenz bei der Politikfinanzierung zuständig sind, ihr die Informationen wie namentlich Personendaten bekannt, die für die Durchführung der Kontrolle und für die Veröffentlichung erforderlich sind.
Art. 76 j Strafbestimmungen
¹ Mit Busse bis zu 40 000 Franken wird bestraft, wer vorsätzlich:
a. eine Pflicht zur Offenlegung nach den Artikeln 76 b –76 d verletzt;
b. eine Pflicht nach Artikel 76 h Absätze 3–5 verletzt.
² Die Strafverfolgung obliegt den Kantonen.
Art. 76 k Vorbehalt der kantonalen Gesetzgebung
Den Kantonen bleibt es vorbehalten, bei der Ausübung der politischen Rechte auf Bundesebene weitergehende Vorschriften über die Offenlegung der Finanzierung von kantonalen politischen Akteurinnen oder Akteuren vorzusehen.

6. Titel: Rechtspflege

Art. 77 Beschwerden
¹ Bei der Kantonsregierung kann Beschwerde geführt werden:
a.¹⁵⁷
wegen Verletzung des Stimmrechts nach den Artikeln 2–4, Artikel 5 Absätze 3 und 6 sowie den Artikeln 62 und 63 (Stimmrechtsbeschwerde);
b.¹⁵⁸
wegen Unregelmässigkeiten bei Abstimmungen (Abstimmungsbeschwerde);
c. wegen Unregelmässigkeiten bei der Vorbereitung und Durchführung der Natio­nalratswahlen (Wahlbeschwerde).
² Die Beschwerde ist innert drei Tagen seit der Entdeckung des Beschwerde­grundes, spätestens jedoch am dritten Tag nach Veröffentlichung der Ergebnisse im kantona­len Amtsblatt eingeschrieben einzureichen.¹⁵⁹
¹⁵⁷ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
¹⁵⁸ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
¹⁵⁹ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 ( AS 2002 3193 ; BBl 2001 6401 ).
Art. 78 Beschwerdeschrift
¹ Die Beschwerdeschriften müssen zur Begründung eine kurze Darstellung des Sachverhalts enthalten.
² …¹⁶⁰
¹⁶⁰ Aufgehoben durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, mit Wirkung seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 79 Beschwerdeentscheide und Verfügungen
¹ Die Kantonsregierung entscheidet innert zehn Tagen nach Eingang der Beschwerde.
² Stellt sie auf Beschwerde hin oder von Amtes wegen Unregelmässigkeiten fest, so trifft sie, wenn möglich vor Schluss des Wahl- oder Abstimmungsverfahrens, die notwendigen Verfügungen zur Behebung der Mängel.
²bis Die Kantonsregierung weist Abstimmungs- oder Wahlbeschwerden ohne nähere Prüfung ab, wenn die gerügten Unregelmässigkeiten weder nach ihrer Art noch nach ihrem Umfang dazu geeignet waren, das Hauptresultat der Abstimmung oder Wahl wesentlich zu beeinflussen.¹⁶¹
³ Die Kantonsregierung eröffnet ihre Beschwerdeentscheide und andere Verfügun­gen nach den Artikeln 34–38 und 61 Absatz 2 des Verwaltungsverfahrensge­set­zes vom 20. Dezember 1968¹⁶² und teilt sie auch der Bundeskanzlei mit.¹⁶³
¹⁶¹ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
¹⁶² SR 172.021
¹⁶³ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 80 ¹⁶⁴ Beschwerde an das Bundesgericht
¹ Gegen Beschwerdeentscheide der Kantonsregierung (Art. 77) kann nach Massgabe des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005¹⁶⁵ beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden.
² Die Beschwerde an das Bundesgericht ist ferner zulässig gegen Verfügungen der Bundeskanzlei über die Verweigerung des Eintrags in das Parteienregister oder über das Nicht-Zustandekommen einer Volksinitiative oder eines Referendums. Gegen einen blossen Hinweis im Bundesblatt über das deutliche Verfehlen des Quorums bei eidgenössischen Volksbegehren (Art. 66 Abs. 1 und Art. 72 Abs. 1) steht keine Beschwerde offen.¹⁶⁶
³ Den Mitgliedern des Initiativkomitees steht die Beschwerde auch gegen Verfügun­gen der Bundeskanzlei über die formelle Gültigkeit der Unterschriftenliste (Art. 69 Abs. 1) und betreffend den Titel der Initiative (Art. 69 Abs. 2) zu.
¹⁶⁴ Fassung gemäss Anhang Ziff. 2 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 ( AS 2006 1205 1069 Art. 1 Bst. a; BBl 2001 4202 ).
¹⁶⁵ SR 173.110
¹⁶⁶ Fassung gemäss Ziff. I 1 des BG vom 23. März 2007 betreffend die Änderung der Bundesgesetzgebung über die politischen Rechte, in Kraft seit 1. Jan. 2008 ( AS 2007 4635 ; BBl 2006 5261 ).
Art. 81 und 82 ¹⁶⁷
¹⁶⁷ Aufgehoben durch Anhang Ziff. 2 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005, mit Wirkung seit 1. Jan. 2007 ( AS 2006 1205 1069 Art. 1 Bst. a; BBl 2001 4202 ).

7. Titel: Gemeinsame Bestimmungen

Art. 83 Kantonales Recht
Soweit dieses Gesetz und die Ausführungserlasse des Bundes keine Bestimmungen enthalten, gilt kantonales Recht. Vorbehalten bleibt das Bundesrechtspflege­­gesetz vom 16. Dezember 1943¹⁶⁸.
¹⁶⁸ [BS 3 531; AS 1948 485 Art. 86; 1955 871 Art. 118; 1959 902 ; 1969 737 Art. 80 Bst. b, 767; 1977 237 Ziff. II 3, 862 Art. 52 Ziff. 2, 1323 Ziff. III; 1978 688 Art. 88 Ziff. 3, 1450 ; 1979 42 ; 1980 31 Ziff. IV, 1718 Art. 52 Ziff. 2, 1819 Art. 12 Abs. 1; 1982 1676 Anhang Ziff. 13; 1983 1886 Art. 36 Ziff. 1; 1986 926 Art. 59 Ziff. 1; 1987 226 Ziff. II 1, 1665 Ziff. II; 1988 1776 Anhang Ziff. II 1; 1989 504 Art. 33 Bst. a; 1990 938 Ziff. III Abs. 5; 1992 288 ; 1993 274 Art. 75 Ziff. 1, 1945 Anhang Ziff. 1; 1995 1227 Anhang Ziff. 3, 4093 Anhang Ziff. 4; 1996 508 Art. 36, 750 Art. 17, 1445 Anhang Ziff. 2, 1498 Anhang Ziff. 2; 1997 1155 Anhang Ziff. 6, 2465 Anhang Ziff. 5; 1998 2847 Anhang Ziff. 3, 3033 Anhang Ziff. 2; 1999 1118 Anhang Ziff. 1, 3071 Ziff. I 2; 2000 273 Anhang Ziff. 6, 416 Ziff. I 2, 505 Ziff. I 1, 2355 Anhang Ziff. 1, 2719 ; 2001 114 Ziff. I 4, 894 Art. 40 Ziff. 3, 1029 Art. 11 Abs. 2; 2002 863 Art. 35, 1904 Art. 36 Ziff. 1, 2767 Ziff. II, 3988 Anhang Ziff. 1; 2003 2133 Anhang Ziff. 7, 3543 Anhang Ziff. II 4 Bst. a, 4557 Anhang Ziff. II 1; 2004 1985 Anhang Ziff. II 1, 4719 Anhang Ziff. II 1; 2005 5685 Anhang Ziff. 7. AS 2006 1205 Art. 131 Abs. 1]. Siehe heute: das Bundesgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 ( SR 173.110 ).
Art. 84 Verwendung technischer Hilfsmittel
¹ Der Bundesrat kann die Kantonsregierungen ermächtigen, für die Ermittlung der Wahl- und Abstimmungsergebnisse mit technischen Mitteln von diesem Gesetz abweichende Bestimmungen zu erlassen.¹⁶⁹
² Wahl- und Abstimmungsverfahren mit technischen Mitteln bedürfen der Geneh­mi­gung des Bundesrates.¹⁷⁰
¹⁶⁹ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
¹⁷⁰ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 ( AS 1994 2414 ; BBl 1993 III 445 ).
Art. 85 ¹⁷¹
¹⁷¹ Aufgehoben durch Anhang Ziff. 2 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005, mit Wirkung seit 1. Jan. 2007 ( AS 2006 1205 1069 Art. 1 Bst. a; BBl 2001 4202 ).
Art. 86 ¹⁷² Unentgeltlichkeit der Amtshandlungen
¹ Für Amtshandlungen aufgrund dieses Gesetzes dürfen keine Kosten erhoben wer­den. Bei trölerischen oder gegen den guten Glauben verstossenden Beschwerden können die Kosten dem Beschwerdeführer überbunden werden.
² Im Verfahren vor dem Bundesgericht richtet sich die Kostenpflicht nach dem Bundesgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005¹⁷³.
¹⁷² Fassung gemäss Anhang Ziff. 2 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 ( AS 2006 1205 1069 Art. 1 Bst. a; BBl 2001 4202 ).
¹⁷³ SR 173.110
Art. 87 Statistische Erhebungen
¹ Der Bund führt Statistiken über die eidgenössischen Wahlen und Volksabstimmungen; diese geben auf Gemeinde-, Bezirks- und Kantonsebene Auskunft über:
a. bei Wahlen: die Anzahl der Stimmen, welche die Kandidaten und die Wahllisten erhalten haben;
b. bei Abstimmungen: die Anzahl der Ja-Stimmen für die Abstimmungsvorlagen.¹⁷⁴
¹bis Der Bundesrat kann weitere statistische Erhebungen über die Nationalratswahlen und über Volksabstimmungen anordnen.¹⁷⁵
² Er kann nach Anhören der zuständigen Kantonsregierung in ausgewählten Gemeinden die Trennung der Stimmabgabe nach Geschlecht und Altersgruppen vor­­sehen.
³ Das Stimmgeheimnis darf nicht beeinträchtigt werden.
¹⁷⁴ Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ).
¹⁷⁵ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 ( AS 2015 543 ; BBl 2013 9217 ).

8. Titel: Schlussbestimmungen

1. Kapitel: Änderung und Aufhebung bisherigen Rechts

Art. 88 Änderung von Bundesgesetzen
…¹⁷⁶
¹⁷⁶ Die Änderungen können unter AS 1978 688 konsultiert werden.
Art. 89 Aufhebung von Bundesgesetzen
Es werden aufgehoben:
a. das Bundesgesetz vom 19. Juli 1872¹⁷⁷ betreffend die eidgenössischen Wah­len und Abstimmungen;
b. das Bundesgesetz vom 17. Juni 1874¹⁷⁸ betreffend Volksabstimmung über Bun­desgesetze und Bundesbeschlüsse;
c. das Bundesgesetz vom 23. März 1962¹⁷⁹ über das Verfahren bei Volks­begeh­ren auf Revision der Bundesverfassung (Initiativengesetz);
d. das Bundesgesetz vom 25. Juni 1965¹⁸⁰ über die Einführung von Erleichte­run­gen der Stimmabgabe an eidgenössischen Wahlen und Abstimmungen;
e. das Bundesgesetz vom 8. März 1963¹⁸¹ über die Verteilung der Abgeordne­ten des Nationalrates unter die Kantone;
f. das Bundesgesetz vom 14. Februar 1919¹⁸² betreffend die Wahl des Natio­nal­ra­tes.
¹⁷⁷ [BS 1 157; AS 1952 69 , 1966 849 Art. 9, 1971 1365 ]
¹⁷⁸ [BS 1 173; AS 1962 789 Art. 11 Abs. 3]
¹⁷⁹ [ AS 1962 789 ]
¹⁸⁰ [ AS 1966 849 ]
¹⁸¹ [ AS 1963 419 ]
¹⁸² [BS 1 180; AS 1975 601 710 ]

2. Kapitel: Übergangsrecht, Vollzug und Inkrafttreten

Art. 90 Übergangsrecht
¹ Dieses Gesetz findet keine Anwendung auf Tatsachen und Beschwerden, die sich auf Wahlen und Abstimmungen vor seinem Inkrafttreten beziehen. Das gleiche trifft zu für vorher eingereichte Referenden und Volksinitiativen. Für diese Fälle bleibt das bisherige Recht massgebend.
² Nach Ablauf von 18 Monaten seit Inkrafttreten werden nur noch Unterschriften­­listen entgegengenommen, welche den Bestimmungen dieses Gesetzes entsprechen.
³ …¹⁸³
⁴ …¹⁸⁴
¹⁸³ Aufgehoben durch Ziff. II 4 des BG vom 20. März 2008 zur formellen Bereinigung des Bundesrechts, mit Wirkung seit 1. Aug. 2008 ( AS 2008 3437 ; BBl 2007 6121 ).
¹⁸⁴ Eingefügt durch Ziff. III des BG vom 9. März 1978 ( AS 1978 1694 ; BBl 1977 III 819 ). Aufgehoben durch Ziff. II 4 des BG vom 20. März 2008 zur formellen Bereinigung des Bundesrechts, mit Wirkung seit 1. Aug. 2008 ( AS 2008 3437 ; BBl 2007 6121 ).
Art. 90 a ¹⁸⁵ Übergangsbestimmung zur Änderung vom 25. September 2009
Für eidgenössische Volksinitiativen, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Ände­rung vom 25. September 2009 dieses Gesetzes hängig sind, gilt das neue Recht.
¹⁸⁵ Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2009 (Bedingter Rückzug einer Volksinitiative), in Kraft seit 1. Febr. 2010 ( AS 2010 271 ; BBl 2009 3591 3609 ).
Art. 91 Vollzug
¹ Der Bundesrat erlässt die Ausführungsbestimmungen.
² Die kantonalen Ausführungsbestimmungen bedürfen zu ihrer Gültigkeit der Ge­nehmigung des Bundes¹⁸⁶. Sie sind, nach Annahme dieses Gesetzes durch die Bun­desversammlung, innert 18 Monaten zu erlassen.
¹⁸⁶ Ausdruck gemäss Ziff. III des BG vom 15. Dez. 1989 über die Genehmigung kantonaler Erlasse durch den Bund, in Kraft seit 1. Febr. 1991 ( AS 1991 362 ; BBl 1988 II 1333 ).
Art. 92 Referendum und Inkrafttreten
¹ Dieses Gesetz untersteht dem fakultativen Referendum.
² Der Bundesrat bestimmt das Inkrafttreten.
Datum des Inkrafttretens: 1. Juli 1978¹⁸⁷
¹⁸⁷ BRB vom 24. Mai 1978
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