Monitoring Gesetzessammlung

LGBl. Nr. 132/2006

AT - Landesrecht Steiermark

LGBl. Nr. 132/2006

Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 2. Oktober 2006 über die Erklärung des Gebietes „Ennstaler Alpen/Gesäuse“ (AT 2210000) zum Europaschutzgebiet Nr. 17 (LGBl. Nr. 132/2006)

Langtitel

Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 2. Oktober 2006 über die Erklärung des Gebietes „Ennstaler Alpen/Gesäuse“ (AT 2210000) zum Europaschutzgebiet Nr. 17
Stammfassung: LGBl. Nr. 132/2006 (CELEX-NR. 379L0409 , 32003R0807 , 392L0043 , 32003R1882 )

Änderung

LGBl. Nr. 69/2012 (CELEX-Nr. 32003R1882 , 32003R0807 , 31992L0043 , 31979L0409 )
LGBl. Nr. 75/2021 [CELEX-Nr.: 31992L0043 , 32009L0147 ]

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des § 13a Abs. 1 des Steiermärkischen Naturschutzgesetzes 1976, LGBl. Nr. 65, zuletzt in der Fassung LGBl. Nr. 56/2006 , wird verordnet:

§ 1

Gegenstand

Im Bereich der Ennstaler Alpen und des Gesäuses wird ein in den Gemeinden Weng im Gesäuse, Admont, Gaishorn am See, St. Gallen, Landl, Johnsbach, Hieflau und Radmer gelegenes Gebiet zum Europaschutzgebiet erklärt. Dieses Gebiet wird als Europaschutzgebiet Nr. 17 „Ennstaler Alpen/Gesäuse“ bezeichnet.

§ 2

Schutzzweck

Die Unterschutzstellung dient: 1. den in der Anlage A genannten Schutzgütern nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und bezweckt a) die Bewahrung des günstigen Erhaltungszustandes der mit A und B bewerteten Schutzgüter; b) die Wiederherstellung des günstigen Erhaltungszustandes (Verschlechterungsverbot) der mit C bewerteten Schutzgüter; 2. den in der Anlage A genannten Schutzgütern nach der Vogelschutz-Richtlinie und bezweckt a) die Erhaltung und Wiederherstellung einer ausreichenden Vielfalt und einer ausreichenden Flächengröße der Lebensräume für die im Anhang I genannten Vogelarten; b) die Bewahrung des günstigen Erhaltungszustandes der mit B bewerteten Vogelarten; c) die Wiederherstellung des günstigen Erhaltungszustandes der mit C bewerteten Vogelarten; d) die Erhaltung der Vermehrungs-, Mauser- und Überwinterungsgebiete sowie der Rastplätze in den Wanderungsgebieten für die Zugvögel. Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 69/2012

§ 2a

Maßnahmen

Der Schutzzweck ist durch Managementmaßnahmen, vorrangig im Wege des Vertragsnaturschutzes, anzustreben. Solche Maßnahmen sind insbesondere die Erhaltung und Entwicklung von 1. Wiesen- und Weideflächen, 2. großflächigen störungsarmen Zonen durch Besucherlenkung und 3. naturnahen Waldbeständen mit hohen Alt- und Totholzanteilen. Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 69/2012

§ 2b

Verbote

(1)Im Europaschutzgebiet sind nachstehende Handlungen verboten: 1. in den in der Anlage B und im Detailplan näher bestimmten Flächen a) jede ungebührliche Lärmerregung; b) Hunde frei laufen zu lassen, ausgenommen zur Jagdausübung oder beim Einsatz von Diensthunden der Exekutive, des Militärs und von Rettungshunden; c) der Einsatz von Motorschlitten, ausgenommen zu Wildfütterungen; d) die Neuanlage von Klettersteigen; e) das Klettern sowie f) das Hängegleiten, Paragleiten und der Einsatz sonstiger Fluggeräte und 2. das Baden außerhalb der gekennzeichneten Bereiche.
(2) Alle anderen Projekte (Vorhaben, Maßnahmen), wie die Anlegung von Wegen, die Veränderung des Wasserhaushalts, dürfen erst nach Prüfung der Erheblichkeit von Auswirkungen auf die in der Anlage A genannten Schutzgüter bzw. bei Unerheblichkeit oder nach Erteilung der Bewilligung ausgeführt werden. Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 69/2012

§ 3

Abgrenzung des Schutzgebietes

(1) Die Abgrenzung des Schutzgebietes erfolgt durch planliche Darstellung in Form eines Übersichtsplanes im Maßstab 1 : 70.000 (Anlage B) und eines Detailplanes.
(2) Der Übersichtsplan (Anlage B) und der Detailplan werden durch Auflage zur öffentlichen Einsichtnahme kundgemacht. Einsicht kann während der Amtsstunden genommen werden: 1. in den Übersichtsplan (Anlage B): a) beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung bei der für Angelegenheiten des Naturschutzes zuständigen Stelle, b) bei den Bezirkshauptmannschaften Liezen und Leoben sowie c) bei allen Gemeindeämtern der in § 1 genannten Gemeinden; 2. in den Detailplan beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung bei der für Angelegenheiten des Naturschutzes zuständigen Stelle. Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 69/2012

§ 3a

Kennzeichnung des Schutzgebietes

Die Kennzeichnung des Schutzgebietes erfolgt durch Tafeln gemäß § 24 Abs. 1 Steiermärkisches Naturschutzgesetz 1976. Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 69/2012

§ 4

Gemeinschaftsrecht

Durch diese Verordnung werden folgende Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft umgesetzt: 1. Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 2. April 1979 über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten, ABl. Nr. L 103, S.1, zuletzt geändert durch Verordnung (EG) Nr. 807/2003 des Rates vom 14. April 2003, ABl. Nr. L 122, 36 ff, Vogelschutz-Richtlinie (VS-RL); 2. Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen, ABl. Nr. L 206/S.7, zuletzt geändert durch Verordnung (EG) Nr. 1882/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. September 2003, ABl. Nr. L 284, S. 1 ff, Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL).

§ 5

Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 11. November 2006, in Kraft. Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 69/2012 , LGBl. Nr. 75/2021

§ 6

Inkrafttreten von Novellen

(1) Die Änderung des § 2, der Anlage A und die Einfügung der §§ 2a, 2b, und 3a sowie die Neuerlassung der Anlage B und des Detailplanes durch die Novelle LGBl. Nr. 69/2012 treten mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 26. Juli 2012, in Kraft.
(2) In der Fassung der Verordnung LGBl. Nr. 75/2021 tritt Anlage A mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 29. Juni 2021, in Kraft. Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 75/2021 Anlage A Schutzgüter sind folgende prioritäre natürliche Lebensraumtypen und prioritäre Tierarten gemäß § 4 Z 18 und Z 19 StNSchG 2017: Lebensräume nach der FFH-RL Anhang I Code-Nr. Lebensraumtyp 4070* Latschenbuschwald 6230* Bürstlingsrasen 7110* Lebende Hochmoore 7220* Kalktuffquellen 8160* Kalkschutthalden der kollinen bis montanen Stufe 8240* Kalk-Felspflaster 9180* Schlucht- und Hangmischwälder 91E0* Auenwälder mit Erle und Esche (Weichholzau) Wirbellose nach der FFH-RL Anhang II Code-Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name 1087* Alpenbock Rosalia alpina 6199* Spanische Flagge Euplagia quadripunctaria Schutzgüter sind folgende natürliche Lebensraumtypen, Pflanzen-, Tier- und Vogelarten gemäß § 4 Z 11, Z 20 lit. a und b und Z 25 StNSchG 2017: Lebensräume nach der FFH-RL Anhang I Code-Nr. Lebensraumtyp 3220 Alpine Flüsse mit krautiger Ufervegetation 3240 Alpine Flüsse und ihre Ufervegetation mit Lavendelweide 4060 Alpine Zwergstrauchheiden 6150 Alpine Silikat-Urheiden 6170 Subalpin-alpine Kalkmagerrasen 6430 Feuchte Hochstaudenfluren 6510 Magere Flachland-Mähwiesen 7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore 7230 Kalkreiche Niedermoore 8120 Kalk- und Kalkschieferschutthalden der montanen bis alpinen Stufe 8210 Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation 8310 Nicht touristisch erschlossene Höhlen 9130 Waldmeister-Buchenwald 9140 Mitteleuropäischer subalpiner Buchenwald mit Ahorn 9150 Mitteleuropäischer Orchideen-Kalk-Buchenwald 9410 Bodensaure Fichtenwälder 9420 Lärchen-Zirbenwälder Pflanzen nach der FFH-RL Anhang II Code-Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name 1381 Grünes Gabelzahnmoos Dicranum viride 1386 Grünes Koboldmoos Buxbaumia viridis 1902 Frauenschuh Cypripedium calceolus Säugetiere nach der FFH-RL Anhang II Code-Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name 1303 Kleine Hufeisennase Rhinolophus hipposideros 1308 Mopsfledermaus Barbastella barbastellus 1355 Fischotter Lutra lutra Amphibie nach der FFH-RL Anhang II Code-Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name 1193 Gelbbauchunke Bombina variegata Fische nach der FFH-RL Anhang II Code-Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name 1163 Koppe Cottus gobio 2484 Ukrainisches Neunauge Eudontomyzon mariae Wirbelloser nach der FFH-RL Anhang II Code-Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name 1065 Skabiosenscheckenfalter Euphydryas aurinia Vögel nach der VS-RL Anhang I Code-Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name A072 Wespenbussard Pernis apivorus A091 Steinadler Aqulia chrysaetos A103 Wanderfalke Falco peregrinus A104 Haselhuhn Bonasa bonasia A215 Uhu Bubo bubo A217 Sperlingskauz Glaucidium passerinum A223 Rauhfußkauz Aegolius funereus A234 Grauspecht Picus canus A236 Schwarzspecht Dryocopus martius A239 Weißrückenspecht Dendrocopos leucotos A241 Dreizehenspecht Picoides tridactylus A320 Zwergschnäpper Ficedula parva A659 Auerhuhn Tetrao urogallus A713 Alpenschneehuhn Lagopus muta helvetica A876 Birkhuhn Lyrurus tetrix tetrix Regelmäßig vorkommende Zugvögel Code-Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name A155 Waldschnepfe Scolopax rusticola A168 Flußuferläufer Actitis hypoleucos A250 Felsenschwalbe Ptyonoprogne rupestris A253 Mehlschwalbe Delichon urbica A256 Baumpieper Anthus trivialis A259 Bergpieper Anthus spinoletta A266 Heckenbraunelle Prunella modularis A267 Alpenbraunelle Prunella collaris A277 Steinschmätzer Oenanthe oenanthe A282 Ringdrossel Turdus torquatus A314 Waldlaubsänger Phylloscopus sibilatrix A333 Mauerläufer Tichodroma muraria A313 Berglaubsänger Phylloscopus bonelli A574 Klappergrasmücke Sylvia curruca“ Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 69/2012 , LGBl. Nr. 75/2021
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